Ausstellung zur Poesie der Selbstzerstörung

1. Juni 2002, 15:06
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"Poeten des Todes" thematisiert das oft kurze Leben von Künstlern

Graz - Eine Ausstellung, die dem Phänomen nachgeht, dass Künstler oft in jungen Jahren sterben, ist unter dem Titel "Poeten des Todes" zur Zeit im Kulturzentrum Kapfenberg zu sehen. In der Schau, die sich mit dem Leben und Werk jung verstorbener moderner Künstler - Maler, Bildhauer, aber auch Schriftsteller und Popmusiker - beschäftigt, sind Arbeiten von u.a. Keith Haring, Rudolf Schwarzkogler und Martin Kippenberger zu sehen. Bestückt wurde die Schau, die bis zum 11. August läuft, u.a. mit Leihgaben aus dem Salzburger Rupertinum und der Sammlung Essl.

Das Motiv der Selbstzerstörung zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der Kunst. Vincent Van Gogh beendete sein Leben mit einem Schuss in den Unterleib, Ernest Hemingway nahm sich mit einer doppelläufigen Schrotflinte das Leben, Paul Celan stürzte sich in die Seine. Die Kapfenberger Ausstellung setzt sich anhand von Porträts und ausgestellten Arbeiten mit dem Leben und Werk von Künstlern auseinander, die sich entweder durch einen bewussten Akt selbst vorzeitig aus dem Leben verabschiedet haben, durch exzessiven Alkohol- oder Drogenkonsum verstarben oder durch Unfälle ums Leben kamen. "Wenn man so will, handelt diese Ausstellung von prominenten Selbstzerstörern oder eben 'Poeten des Todes'", so Ausstellungskurator Jürgen Gschiel.

Das Rupertinum in Salzburg, die Neue Galerie der Stadt Linz und das Linzer Museum Noricum sowie die Sammlung Essl haben Leihgaben für die Kapfenberger Schau zur Verfügung gestellt. Weiters zu sehen sind Werke von u.a. Kurt Absolon, dem Bildhauer Andreas Urteil, dem an Aids gestorbenen amerikanischen Künstler Keith Haring und dem Wiener Aktionisten Rudolf Schwarzkogler. Die Ausstellung widmet sich aber auch dem Leben (und Sterben) von Schriftstellern wie Ingeborg Bachmann, Werner Schwab und Cesare Pavese sowie der Rockmusiklegende Jim Morrison. (APA)

S E R V I C E

"Poeten des Todes", Galerie im Kulturzentrum Kapfenberg, bis zum 11. August 2002, Mo - Fr : 9.00 bis 11.30 sowie 14.30 bis 18.00 Uhr. Samstag und Sonntag vormittags gegen Voranmeldung.

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