Vorerst keine weiteren Verhandlungen im Wurst-Prozess

1. Juni 2002, 14:54
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Mitangeklagter Arzt bleibt in Spitalsbehandlung

Klagenfurt - Im so genannten Wurst-Prozess am Landesgericht Klagenfurt gibt es vorerst keine weiteren Verhandlungen. Vorsitzender Wilfried Kirchlehner hat alle für die kommende Woche vorgesehenen Termine abgesetzt. Der Grund: Der mitangeklagte bekannte Kärntner Kinderarzt Prof. Franz Wurst (82) ist derzeit nicht verhandlungsfähig.

Wurst hatte zu Wochenbeginn in seiner Zelle einen Kreislaufkollaps erlitten und befindet sich derzeit im LKH Klagenfurt in Behandlung. Sein Anwalt Helmut Sommer glaubt, dass der betagte Arzt frühestens ab 10. Juni wieder verhandlungsfähig sein wird.

Anklagepunkte p> Wurst ist der Bestimmung zum Mord an seiner Ehegattin Hilde sowie des sexuellen Missbrauchs von Kindern, der gleichgeschlechtlichen Unzucht mit Jugendlichen und der Ausnützung eines Autoritätsverhältnisses angeklagt. Er hat bisher alle Vorwürfe zurückgewiesen und als "Lügengeschichten" bezeichnet.

Massiv belastet wird der ehemalige Vorstand der heilpädagogischen Abteilung am LKH Klagenfurt von seinem Patensohn Thomas H. Der 21-jährige ist geständig, am 8. Dezember 2000 die damals 78 Jahre alte Hilde Wurst in der Villa in Pörtschach ermordet zu haben. (APA)

Wann das Geschworenengericht ein Urteil fällt, ist derzeit nicht abzuschätzen. Bisher wurde erst ein Teil der vom Gericht namhaft gemachten Zeugen gehört. Auch die Vernehmung der beiden Angeklagten ist noch nicht abgeschlossen.
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