OÖ: Geheimnis um unerlaubte Bischofsweihe gelüftet

3. Juni 2002, 12:46
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Spanisch sprechender Geistlicher nahm Zeremonie vor

Linz - Zu einer unerlaubten Bischofsweihe dürfte es bereits am 9. Mai 2002 in Oberösterreich gekommen sein. Der Katholische Nachrichtendienst berichtet auf seiner Website davon, dass in einer Hauskapelle im Bezirk Gmunden ein bislang noch unbekannter, spanisch sprechender Bischof einen früheren Benediktinerpater aus Kremsmünster (Bezirk Kirchdorf) zum Bischof geweiht habe. Laut dem Generalvikar der Diözese Linz, Josef Ahammer, habe man den Fall nun dem Staatsekretariat in Rom übergeben. Dort werde geklärt, ob die Weihe gültig sei. Allen Beteiligten droht der Kirchenausschluss.

Laut Ahammer sei man derzeit auf der Suche nach dem noch unbekannten Weihespender. Man habe das Staatssekretariat in Rom um Hilfe gebeten, um die weitere Vorgangsweise zu klären. Derzeit wird untersucht, ob der mysteriöse Weihespender in der apostolischen Sukzession steht, also immer in Einklang mit der Lehre Jesu Christi im Amt der Kirche gehandelt hat. Wenn dies der Fall ist - wie es derzeit scheint - war die Weihe zwar unerlaubt, aber gültig. Die Beteiligten könnten aber aus der katholischen Kirche ausgeschlossen werden.

Hintergrund der unerlaubten Bischofweihe dürfte die für 29. Juni angekündigte "Frauen-Priesterweihe" in Oberösterreich sein. Diese könnte vom neu geweihten, ehemaligen Benediktinerpater vorgenommen werden. Das Vorhaben war vom Linzer Diözesanbischof Maximilian Aichern zuletzt bereits scharf kritisiert worden. (APA)

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