An die 5.000 Mitarbeiter bei IBM "in aller Stille" entlassen

2. Juni 2002, 20:09
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Kritik der Gewerkschaften über fehlende Transparenz

New York - Der amerikanische Computerkonzern IBM hat in den vergangenen zwei Wochen in aller Stille fast 5.000 Mitarbeiter entlassen. Das teilte ein Gewerkschafter und ehemaliger IBM-Mitarbeiter, Lee Conrad, in New York mit. Die von IBM nicht öffentlich angekündigten Entlassungen seien ihm per E-Mail und Anrufen von den verschiedenen Konzernstandorten in den USA gemeldet worden, sagte Conrad, der die Abteilung AllianceIBM der US-Gewerkschaft für die Kommunikationsbranche leitet. "Die Leute sind sehr wütend darüber, dass die Firma nicht ehrlich über Ausmaß und Zahlen des Stellenabbaus ist", sagte er. "Wir scheinen die einzigen zu sein, die die Zahlen haben und herausgeben."

Demnach sind in der Server-Abteilung des Konzerns 1.000 Mitarbeiter entlassen worden, 700 in der Software-Gruppe, 360 in der Hauptverwaltung, 2.000 bei den Global Services, 300 im Warenlager und 100 in der weltweiten Finanzierungsabteilung.

"Kosteneinsparungen"

Unternehmenssprecherin Laura Keeton bestätigte weitgehend die Zahlen. Sie verwies darauf, dass es sich um Maßnahmen zur Kosteneinsparungen handle. In der Software-Gruppe seien derzeit trotz der 700 Entlassungen mehr Personen beschäftigt als im vergangenen Jahr, sagte sie. IBM hat 150.000 Mitarbeiter in den gesamten USA.

Auf einer Frühjahrstagung in New York hatte der IBM-Chef Samuel Palmisano nicht der Einschätzung von Analysten widersprochen, dass der Konzern nach einem sechsprozentigen Verlust bei den Quartalseinnahmen sechs Prozent seiner Mitarbeiter entlassen wolle - das wären 20.000. (APA/AP)

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