Möllemann schließt Entschuldigung bei Friedman aus

1. Juni 2002, 09:09
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Alt-Liberale Hamm-Brücher fordert FDP-Vizechef zu Rücktritt auf

Hamburg - Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Jürgen Möllemann bleibt im deutschen Antisemitismus-Streit hart. Gegenüber der "Bild am Sonntag" schloss er eine Entschuldigung beim Zentralrat der Juden in Deutschland kategorisch aus. Er habe seine Äußerungen gegenüber Zentralrats-Vize Michel Friedman schon vor Tagen bedauert. Als Antwort hätten ihn führende Ratsmitglieder erneut als Antisemiten beschimpft. Möllemann betonte weiter, dass der wegen seiner antiisraelischen Aussagen umstrittene Landtagsabgeordnete Jamal Karsli weiterhin Mitglied der FDP-Fraktion bleiben werde.

"Für mich war's das jetzt. Ich werde mich bei Herrn Friedman nicht entschuldigen. Und Herr Karsli wird Mitglied in unserer Landtagsfraktion bleiben", wird Möllemann zitiert. Bei der FDP-Parteivorstandssitzung habe er nämlich "keinen großen Druck gespürt, diesen Forderungen nachzukommen", berichtete der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende.

Die Alt-Liberale Hildegard Hamm-Brücher forderte Möllemann unterdessen zum Rücktritt auf. "Ich glaube nicht, dass noch irgendeine Hoffnung besteht, Herrn Möllemann auf den Kurs zurück zu führen, der beim Parteitag in Mannheim verabschiedet wurde", sagte Hamm-Brücher der BamS. Um die Partei nicht "pausenlos in unwürdige Auseinandersetzungen" zu verwickeln, gebe es nur eine Konsequenz: Den Rücktritt Möllemanns von seinem Amt als stellvertretender Bundesvorsitzender. Die "Berliner Erklärung" des FDP-Bundesvorstands nannte Hamm-Brücher "nichts als heiße Luft". (APA/Reuters)

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