Israelische Armee erneut in Bethlehem und Tulkarem eingerückt

1. Juni 2002, 11:09
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Zahlreiche Festnahmen - Israelischer Armeesprecher dementiert Bericht über groß angelegte Militäraktion

Nablus - Die israelische Armee hat ihre Operationen in den Palästinensergebieten im Westjordanland am Samstag fortgesetzt. Panzer und gepanzerte Mannschaftswagen umzingelten das Flüchtlingslager Deheisheh bei Bethlehem, wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete. Zuvor waren israelische Soldaten nach dem Einmarsch in Nablus auch in die Stadt Tulkarem im Norden des Westjordanlands eingerückt.

Ein Armeesprecher bestritt die Berichte über eine größere Militäraktion. Nach seinen Worten handelte es sich lediglich um eine "Routine-Patrouille" weniger Soldaten. Über Tulkarem und zwei nahegelegene Flüchtlingslager sei eine Ausgangssperre verhängt worden.

Ausgangssperre

Ziel der Aktionen sei es, potenzielle palästinensische Selbstmord-Attentäter zu ergreifen, bevor diese ihre Taten ausführen könnten, sagte ein Armeesprecher. In israelischen Militärkreisen wurde zudem bekannt gegeben, dass es sich bei der Operation in Bethlehem um eine Patrouille, wie sie routinemäßig nach einer Bombenwarnung erfolge, handle.

Die israelische Armee hat bislang nach eigenen Angaben ín Tammun bei Nablus sieben Palästinenser festgenommen. Nach Angaben von Augenzeugen beläuft sich die Zahl auf etwa 30 Menschen. Die Armee sei dem bericht zufolge zudem mit rund 30 Panzern und gepanzerten Fahrzeugen in die Ortschaft eingedrungen und habe eine Ausgangssperre verhängt.

Ein Palästinenser wurde nach Angaben des Armeesprechers im Flüchtlingslager Dheishe bei Bethlehem festgenommen. Der Großeinsatz in den Städten Nablus und Tulkarem dauere zudem weiter an. (APA/Reuters)

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