Strategische Tipps zum Arbeitsplatzwechsel

13. Juni 2002, 15:25
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Teil 6: Veränderung macht Angst. Diese Tatsache ist einer der Hauptgründe dafür, warum Menschen oft Jahre an einem ungeliebten Arbeitsplatz verharren. Wann es Zeit ist, den Job zu wechseln, zeigen untrügliche Symptome an.

Wenn sich folgende Krisensymptome verdichten, sollten Sie sie nicht verdrängen, sondern gemeinsam mit Partner, Freunden oder Beratern darüber nachdenken, wie Sie Ihre berufliche Situation verändern können:
  • Ihr Job macht keinen Spaß mehr, Sie sind nicht zu Leistung motiviert, sondern dazu gezwungen.
  • Sie können sich nicht vorstellen, noch zehn Jahre das Gleiche zu tun.
  • Sie fiebern jedem Feiertag, Wochenende und Urlaub entgegen.
  • Sie reden im Privatbereich nicht mehr über berufliche Erfolge, sondern über Probleme.
  • Sie sehen in Ihrem Tätigkeitsbereich und der jetzigen Branche keine Chance auf Weiterentwicklung.
  • Sie haben das Gefühl, zu tun, was andere wollen - aber nicht das zu tun, was Sie wollen.

Bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber kommt es auf ein klares Konzept und auf das richtige Marketing in eigener Sache an.

Die wichtigsten Don'ts im Fall einer vorangegangenen Kündigung durch den Arbeitgeber:

  • Reden Sie nicht schlecht über Ihre vorherigen Arbeitgeber.
  • Spielen Sie kein Übermaß an Veränderungsbereitschaft vor, wenn Sie nicht flexibel sind.
  • Machen Sie sich nicht jünger, als Sie sind.

Wenn Sie folgende Ratschläge beherzigen, machen Sie einen glaubwürdigen und positiven Eindruck:
  • Dokumentieren Sie Ihre Fähigkeiten, Ihr Fachwissen und Ihre Erfahrung.
  • Betonen Sie Ihre Lernfähigkeit.
  • Lassen Sie Ihre Persönlichkeit wirken.
  • Nehmen Sie Ihren (jüngeren) Gesprächspartner ernst.
  • Bleiben Sie selbstbewusst.
  • Fragen Sie nach Weiterbildungsangeboten.

Den Grundstein für den Erfolg einer zweiten Karriere in einigen Jahren oder Jahrzehnten legt man am besten schon heute: Mit einem Karrierenetzwerk, das man über die Jahre knüpft und pflegt und auch zur Selbstdarstellung nützt. Wer schon heute als Unternehmer in eigener Sache agiert, für den gibt es das Problem Neustart nicht - weil die Selbstveränderung und die laufende Standortbestimmung zum Lebens- und Karrierealltag dazugehören.

Dieses Selbstverständnis und die daraus folgenden Aktivitäten - Weiterbildung, Netzwerke, Veränderung - garantieren letztlich die Krisensicherheit, die sich viele wünschen. Anstelle des Kollektiv-und Generationenvertrages tritt das Selbstvertrauen, das die eigene Kompetenz sicherstellt. Der Arbeitsplatz, die Branche, das Unternehmen - all das wird in der Bedeutung für den Einzelnen relativ und veränderbar. Es muss nur zu den eigenen Zielen und Vorstellungen passen.

Die Renaissance der älteren Arbeitnehmer aufgrund des Arbeitskräftemangels wird die Bedeutung des Alters relativieren. Genauso wie sich die Grenzen zwischen New und Old Economy verwischen, werden sich die Grenzen zwischen jüngeren und älteren Arbeitskräften aufweichen.

Serie: Erfolg haben, authentisch bleiben - Teil 6

Aus Johanna Zugmanns neuem Buch "Karriereplan Wien"
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