Paraguay zum Auftakt ohne Chef Chilavert

2. Juni 2002, 09:47
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Torhüter fehlt gegen Südafrika - Coach bei den Südamerikanern ist Cesare Maldini

Busan/Südkorea - Er steht gar nicht im Team und ist dennoch der Chef auf dem Platz. Jose Luis Chilavert, seines Zeichens Paradiesvogel, Rebell, selbst ernannter Präsidentschaftskandidat und vorbestrafter Raufbold, ist für das Auftaktspiel von Paraguay gegen Südafrika am Sonntag (09.30 Uhr MESZ) in Busan gesperrt. Das hält ihn aber nicht davon ab, die Fäden zu ziehen.

Selbst der mit 70 Jahren sehr erfahrene Trainer Cesare Maldini steht im zweiten Glied, wenn "der Boss" die Marschroute ausgibt. Der exzentrische Torwart, der nach seiner sportlichen Karriere auf der politischen Bühne Fuß fassen und gar Präsident seines Landes werden will, muss am Sonntag den Rest einer Drei-Spiele-Sperre aus der Qualifikation abbrummen, weil er den Brasilianer Roberto Carlos bespuckt hatte.

In seiner Heimat hat Chilavert die Erwartungen ins schier Unerreichbare getrieben, indem er vom Einzug ins Finale palaverte. Einen prominenten Fürsprecher hat der exzentrische Torhüter, der bereits 58 Tore erzielt hat, in Pele gefunden. "Paraguay hat eine sehr starke Mannschaft, die Spanien schlagen und Gruppenerster werden kann", meinte der einstige Ausnahme-Fußballer. Neben Südafrika und Spanien komplettiert Slowenien die Gruppe B.

Chilavert: "Wir haben Spanien 1998 aus dem Bewerb geworfen und wir werden es auch heuer tun." Vor Südafrika zeigte der 36-Jährige mehr Respekt. "Sie haben eine starke Mannschaft. Sie haben viele Spieler in Europa, die Erfahrung mit solchen Spielen haben", so der Exzentriker.

Vor dem ersten WM-Spiel am Sonntag gegen Südafrika bangt man ebenso um die beiden angeschlagenen Mittelfeldspieler Carlos Paredes und Roberto Acuna. Paredes vom FC Porto leidet vor der Partie in Gruppe B an einer Wadenzerrung, Acuna (Real Saragossa) laboriert an einer Knieverletzung. Teamchef Cesare Maldini hofft und rechnet damit, dass beide Stützen rechtzeitig fit werden.

Über Peles Prognose kann der Südafrikaner Delron Buckley nur lachen. "Paraguay ist doch kein Team für die zweite Runde", protestierte er. Seine Voraussage: "Wir werden Zweiter in der Gruppe hinter Slowenien. Spanien scheidet aus." Den verletzten Top-Stürmer Shaun Bartlett wird im Team der Südafrikaner voraussichtlich der gebürtige Grieche George Koumantarakis ersetzen.(APA/Reuters/AFP)

Gruppe B:

  • Paraguay - Südafrika (Busan, Sonntag, 9:30 Uhr MESZ, SR Lubos Michel/SVK)

    Paraguay: Tavarelli - Arce, Ayala, Gamarra, Caniza - Alvarenga, Acuna, Paredes, Gavilan - Santa Cruz, Cardozo

    Südafrika: Vonk - Nzama, Radebe, Issa, Carnell - Sibaya, Fortune, Zuma, Buckley - McCarthy, Koumantarakis

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