Gericht nimmt Commerzbank-Bilanz 2000 unter Lupe

2. Juni 2002, 16:14
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Hamburg - Das Oberlandesgericht Frankfurt untersucht derzeit den Jahresabschluss 2000 der deutschen Commerzbank. Wie der "Spiegel" vorab berichtet, hat die F.A.G.T. Industriebeteiligung GmbH eine Klage mit der Begründung eingereicht, dass Beteiligungen falsch bewertet worden seien. Insbesondere habe der Börsenwert des 33-prozentigen Anteils der Commerzbank an der Korea Exchange Bank (KEB) zum Bilanzstichtag nur 250 Mill. Euro betragen. Die Commerzbank habe das Aktienpaket dagegen mit 791 Mill. Euro in den Büchern belassen.

"Mit diesen Tricks hat der damalige Vorstandschef Martin Kohlhaussen das vermeintlich beste Ergebnis der Geschichte herbeigezaubert", zitiert der "Spiegel" den Kläger-Anwalt Friedrich Landwehrmann. Der Vorstandsvorsitzende Klaus-Peter Müller hat die Vorwürfe bereits auf der jüngsten Hauptversammlung zurückgewiesen. Auch das Landgericht gab der Bank recht. Die Bankenaufsicht habe sich aber die Urteilsbegründung, wonach sich die Commerzbank "am Rande ihres Ermessensspielraums" bewegt habe, bereits zuschicken lassen, schreibt das Magazin. (APA)

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