Systemische Sklerose

1. Juni 2002, 09:30
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Martina Prelog für beste österreichische medizinische Dissertation ausgezeichnet

Wien/Innsbruck - Gewebe und Organe verlieren zunehmend ihre Elastizität. Das führt im Spätstadium dieser Autoimmunerkrankung zu tödlichen Komplikationen: die Systemische Sklerose, eine Art Umbau von Haut und inneren Organen zu "Narbengewebe". - Für Forschungen zur Klärung der Ursache dieser Erkrankung im Tiermodell erhielt vor kurzem Dr. Martina Prelog, Forschungsassistentin am Institut für Pathophysiologie der Universitäts Innsbruck in Wien den von Aventis gestifteten Wilhelm-Auerswald-Preis für die beste österreichische medizinische Dissertation des vergangenen Jahres.

Die Forscherin untersuchte Hintergründe der Krankheit an so genannten UCD-Hühnern. Sie wurden von Experten der Universität von Kalifornien gezüchtet und entwickeln das Leiden sozusagen in Zeitrafferform. Martina Prelog: "Bereits eine Woche nach dem Schlüpfen zeigen die Küken Symptome der Sklerodermie." Studien an Tiermodellen sind notwendig, weil die Sklerodermie beim Menschen zumeist erst im späten Stadium diagnostiziert wird und daher die Ursprünge nicht bekannt sind.

Fehlregulierung

Dabei spielt laut den Forschungen offenbar eine durch Veranlagung bedingte Fehlregulierung von Immunbotenstoffen (Zytokinen) eine Rolle. Dies gilt für den so genannten Transforming Growth Factor-beta 1 und hängt in der Embryonalentwicklung der UCD-Hühner mit einer dadurch verursachten vermehrten Produktion von Prokollagen durch Vorläuferzellen der Haut (Fibroblasten).

Dr. Prelog: "Diese Beobachtungen könnten auch bei der Systemischen Sklerose beim Menschen von Bedeutung sein und zur Entwicklung von neuen Therapiestrategien führen." Auf dem zweiten Platz in dem Wettbewerb folgte Ralf Thien mit einer Arbeit über die Rolle von Vitamin D im Immunsystem. (APA)

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