Mäuse gegen die Glatze

2. Juni 2002, 19:00
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Forschungen an Nagern sollen menschlichem Haarausfall auf die Spur kommen

New York - Zur Untersuchung des erblich bedingten Haarausfalls beim Menschen setzen Wissenschafter jetzt auf die Hilfe von Mäusen. Sie veränderten dazu das Erbgut der Tiere so, dass ihnen ein Gen - das Keratin 17 - fehlt. Diesen Mäusen wuchs damit erst sehr spät ein Fell, wie die Forscher im US-Fachblatt "Genes and Development" (Bd.16, Nr. 11) berichten. Die Wissenschafter hoffen, mit Hilfe dieses Mausmodells herauszufinden, wodurch beim Menschen der Haarausfall ausgelöst wird und welche Rolle dabei das Keratin 17 spielt.

Bei den "Glatzen-Gen-Nagern" trat der Haarausfall nur vorübergehend auf. Da die ersten Haare extrem brüchig sind und zudem die Haar produzierenden Zellen absterben, entwickeln die Tiere zunächst kein Fell. Rund drei Wochen nach der Geburt wächst ihnen jedoch ein normaler Pelz. Pierre Coulombe und seine Mitarbeiter von der amerikanischen Johns Hopkins School of Medicine und dem französischen Centre Nacional de la Recherche Scientifique vermuten, dass zu diesem Zeitpunkt eines der rund 30 weiteren Keratine in den Haarfollikeln das Fehlen des Keratins 17 ausgleicht. Auch beim Menschen gehen Mutationen im Keratin 17 mit Störungen des Haarwuchses einher. (APA/dpa)

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