Migräne betrifft immer mehr Männer

2. Juni 2002, 19:30
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Sie ist längst keine "Frauenkrankheit" mehr - Ursache: beruflicher Stress

Duisburg - Immer mehr Männer erkranken an der vermeintlichen "Frauenkrankheit" Migräne. Darauf haben Mediziner der Duisburger Klinik für Psychosomatik und Neurologie hingewiesen. In Deutschland litten rund zwei Millionen Männer an regelmäßigen Migräneattacken. Jeder siebente berufstätige Mann sei wegen der pochenden Kopfschmerzen drei Tage pro Monat krank.

Nach Angaben der Migräne Liga, einem in ganz Deutschland tätigen Selbsthilfeverband, belasten die migränebedingten Arbeitsausfälle bei Männern und Frauen die Volkswirtschaft jährlich mit mehr als 3,5 Milliarden Euro.

Ursache: Beruflicher Stress

Die Ursache für den Anstieg der Migränefälle bei Männern sieht Brigitte Taneri, Chefärztin an der Migräne-Tagesklinik in Duisburg, im beruflichen Stress begründet. Weiters bekennen sich Männer immer häufiger zu ihrer Migräne und ließen sich behandeln, sagt sie. Insgesamt leiden nach Schätzungen der Migräne Liga mehr als acht Millionen Deutsche an diesen Kopfschmerzen.

Bei der Entstehung der Krankheit spiele Vererbung eine wesentliche Rolle. Kämen dann noch individuell verschiedene Auslösefaktoren hinzu, komme es während eines bis zu drei Tage dauernden Migräneanfalls zu einer Entzündungsreaktion in der Hirnhaut und der in ihr verlaufenden Blutgefäße. So könne bereits das Pulsieren der Blutgefäße zu dem typisch hämmernden Kopfschmerz führen. Aber auch Stress, Freude, Trauer, zu wenig oder zu viel Schlaf könnten Migräneanfälle auslösen. (APA/AP)

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