"Singen in der Unterwelt"

2. Juni 2002, 21:39
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Bis 9. Juni: Zweites Feldkirch Festival unter Thomas Hengelbrock

Bregenz/Feldkirch - In Feldkirchläuft von 30. Mai bis 9. Juni das zweite "Feldkirch Festival" unter der künstlerischen Leitung von Thomas Hengelbrock. Die nach dem Weggang der "Schubertiade" im Vorjahr kurzfristig ins Leben gerufene neue Veranstaltung steht heuer unter dem Motto "Vom Singen in der Unterwelt". Zur Eröffnung am Fronleichnamsabend im Montforthaus hält der Freiburger Musikprofessors Bernhard Wulff eine Festrede zum Generalthema.

Mittelpunkt Monteverdi

Im Mittelpunkt des Feldkirch Festivals stehen Claudio Monteverdis "L'Orfeo" in einer szenischen Aufführung unter der Leitung von Thomas Hengelbrock und Robert Schumanns Vertonung der dramatischen Dichtung "Manfred" von Lord Byron mit Klaus Maria Brandauer.

Insgesamt werden über 15 Konzerte, Ausstellungen und Vorträge geboten, rund 7.500 Eintrittskarten wurden aufgelegt. Als Begleitveranstaltungen gibt es drei Ausstellungen unter anderem mit internationaler Grafik zum Thema "Orpheus".

Bach bis Benjamin, Vivaldi meets Jazz

Auf dem Programm stehen Kammerkonzerte mit dem Balthasar-Neumann-Ensemble, dem Balthasar-Neumann-Chor und namhaften Solisten wie Tanja Tetzlaff, "Von Bach bis Benjamin" (30.5.), "Drei Mal Sterben" - Variationen über den Tod mit Gustav Mahlers "Kindertotenliedern", Maurice Ravels "Kaddisch" und Ravi Shankar "In Memoriam Yehudi Menuhin" (6.6.), Antonio Vivaldis "Vier Jahreszeiten" mit einer Uraufführung von drei Intermezzi, die Johannes Harneit zu Vivaldis Werk komponierte (7.6.), eine Matinee mit dem Trio Vivente (9.6.) und "Vivaldi meets Jazz" (9.6.). Am 7. Juni gibt es zudem eine Jazznacht mit dem Kenny Werner Trio.

Zu Olivier Messiaens "Quatour pour la fin du temps" (31.5.) rezitiert Walter Schmidinger Texte von Augustinus, Franz von Assisi und Messiaen. Monteverdis "L'Orfeo" (1./2. 6.) mit Furio Zanasi als Orfeo, Dorothee Mields als Euridice, dem Balthasar-Neumann-Chor und dem Balthasar-Neumann-Ensemble in der Regie von Johannes Weigand (Lichtgestaltung: Philippe Arlaud) gilt als einer der Höhepunkte des Festivals, ebenso wie Robert Schumanns "Manfred" nach der dramatischen Dichtung von Lord Byron mit Klaus Maria Brandauer in der Sprechrolle des Manfred - ein Melancholiker der Romantik, der sich immer weiter von den irdischen Tatsachen entfernt und in eine innere Welt eintaucht. Unter der Leitung von Hengelbrock wird das Balthasar-Neumann-Orchester das Werk erstmals auf historischen Instrumenten aus der Schumann-Zeit spielen. (APA)

INFOS:

Tel. 05522/82943

feldkirch.at/
festival
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