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29. Mai 2002, 11:34
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Nach dem Ende des Internetbooms konzentrierte die Branche ihre Hoffnungen auf den Mobile Commerce

Im Jahr 2000 zeichnete sich das Ende des Internet-Hypes mit jedem Monat deutlicher ab. Die zwischen Hoffnung und geistiger Verwirrung angesiedelten Umsatzprognosen stellten sich als schwer überzogen heraus. Da erblickten viele einen rettenden Strohhalm vor sich: den M-Commerce.

Bei einer Mobilfunknutzung von bis zu 80 Prozent in den Industrienationen sei der Schritt zum mobilen Internet- handel nur mehr ein kleiner, sagten viele Fachleute. Und der lahmende E-Commerce werde dadurch den lange erwarteten Kickstart erhalten.

Irrtum. Gerne mobil zu telefonieren heißt nicht, das Handy auch zum Einkaufen verwenden zu wollen. Lediglich zwei Prozent der Österreicher denken bei Mobilfunk ans Shoppen, hat eine Studie des Marktforschungsinstituts Integral Anfang Mai ergeben.

Gewohnheiten ändern sich langsam

Für Peter Seipp, Marketingchef der Paybox-Gruppe - Hersteller des gleichnamigen Handy-Bezahlsystems -, ist das trotzdem kein Anlass zur Sorge. "Es stimmt schon, dass M-Commerce im Mai 2002 noch keine Massenanwendung ist. Im Mai 2005 wird die Situation anders aussehen."

Den Grund für seinen Optimismus sieht er im menschlichen Verhalten: "Es dauert einige Jahre, bis wir unsere Gewohnheiten ändern. M-Commerce ist eine sehr junge Entwicklung, die sich erst durchsetzen muss." Für Seipp besteht daher kein Zweifel daran, dass sich der M-Commerce mittelfristig zum Erfolg entwickelt: "Die Kunden nehmen neue Entwicklungen an, wenn sie einen Vorgang - das Einkaufen - schneller, besser und einfacher machen", was beim M-Commerce eindeutig der Fall sei.

"Pure, rasche Konsumbefriedigung""

"In der Zukunft werden vielleicht nur fünf Prozent aller Einkäufe über das Mobiltelefon erledigt werden, aber das sehr effizient." Dabei gehe es dann nicht um ein Kauferlebnis, wie man es im Einkaufszentrum hat, "sondern um die pure, rasche Konsumbefriedigung".

Gegenstand dessen werden Bestseller, Tickets oder CDs sein, die man gerade im Radio gehört hat, "transaktionsstarke, klar beschriebene Konsumgüter - und keine Hemden". Alles Anschaffungen im Bereich bis 200 Euro. Für größere Investitionen sei der M-Commerce ungeeignet.

Mobile Zeit- und Leistungserfassung für Außendienstmitarbeiter

Erich Zandl, Leiter des Bereichs Mobile Business Lösungen bei der Software AG, ist trotzdem skeptisch, was Anwendungen im Privatbereich betrifft. "Lotto und Horoskop via Handy ist sicher für viele Leute unterhaltsam. Einen großen Boom wird das aber nicht auslösen."

Auch das Einkaufen mit dem Handy ist für ihn nicht sehr praktisch. "Den mobilen Parkschein, an dem gerade gearbeitet wird, den halte ich für nützlich." In Städten mit Parkuhren braucht man dann kein Kleingeld mehr - für viele eine Erleichterung.

Wirklichen Nutzen sieht er aber im Mobile Business in Anwendungen, die das Arbeiten unterwegs erleichtern. Bereits Anfang 2000 hatte er eine mobile Zeit- und Leistungserfassung für die Außendienstmitarbeiter der Volkshilfe entwickelt. Ähnliche Lösungen gibt es mittlerweile auch für andere Branchen, denn: "Mit M-Business können Mitarbeiter besser koordiniert und mit Infos versorgt werden. Arbeitsprozesse werden dadurch effizienter und Ressourcen besser geplant. Und dafür sind Firmen auch bereit, Geld auszugeben."(Wolfgang Fasching, Der Standard, Printausgabe, 16.05.2002)

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