Brokkoli als Behandlungsmethode gegen Magengeschwüre

28. Mai 2002, 10:49
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Inhaltsstoff Sulforphan tötet Bakterium Helicobacter pylori im Laborversuch ab

London/Paris/Baltimor - Ein Inhaltsstoff des Brokkoli könnte die Basis einer neuen Behandlungsmethode gegen Magengeschwüre und in der Folge auch Magenkrebs sein. Forscher der Johns Hopkins University und des französischen Centre National de la Recherche Scientifique haben im Laborversuch festgestellt, dass das Polyphenol Sulforphan das Magenkrebsbakterium Helicobacter pylori abtötet.

Wie das französisch-amerikanische Forscherteam in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Proceedings schreibt, tötet Sulforphan das gewöhnlich Antibiotika resistente Bakterium H. pylori auch im Inneren der Zellen ab. Zellen, die den Magen auskleiden, können als Reservoir für H. pylori dienen. Dieser Umstand macht die Bekämpfung einer Infektion mit H. pylori, das für einen Großteil der Magengeschwüre verantwortlich gemacht wird, schwierig. Selbst wirksame Antibiotika-Kombinationen vernichten nur 80 Prozent des Bakteriums.

Enorme Auswirkung

Das Bakterium ist am häufigsten in armen Ländern verbreitet, die sich wirksame Antibiotika zumeist nicht leisten können und wo auch eine Verteilung logistisch schwierig ist. "In einigen Teilen Zentral- und Südamerikas, Afrikas und Asiens sind 80 bis 90 Prozent der Bevölkerung mit H. pylori infiziert", erklärte Jed Fahey in einem BBC-Bericht.

Kann die schützende Wirkung von Sulforphan in Brokkoli beim Menschen nachgewiesen werden, hat dies laut Fahey weltweit eine enorme Auswirkung. Schon seit längerer Zeit sei bekannt, dass Sulforphan eine mäßige antibakterielle Wirkung besitzt. "Dass Sulforphan eine abtötende Wirkung gegen H.-pylori-Stämme, die eine außergewöhnliche Resistenz gegenüber üblich eingesetzten Antibiotika haben, besitzt, ist aber eine willkommene Überraschung." Die Wirkung von Sulforphan soll nun in im klinischen Test nachgewiesen werden. Neben Brokkoli haben sich auch Knoblauch und Honig im Laborversuch als wirksam gegen H.-pylori-Infektionen erwiesen. (pte)

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