China

25. Mai 2002, 21:19
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Wien - 44 Jahre lang dauerte Chinas langer Marsch zur Fußball-Weltmeisterschaft. Erst mit Trainer-Weltenbummler Velibor "Bora" Milutinovic schaffte China den Sprung über die Mauer jahrzehntelanger Mittelmäßigkeit in den Kreis der 32 besten Teams der Welt. Und der 57-Jährige, der schon Mexiko (1986), Costa Rica (1990), die USA (1994) und Nigeria (1998) bei einer WM betreute, traut China durchaus zu, die Vorrunde zu überstehen.

Milutinovic hat nichts zu verlieren

Brasilien ist für ihn Favorit auf den Sieg in der Gruppe C, doch mit der Türkei und Costa Rica wollen die Asiaten um Rang zwei streiten. "Mit Brasilien in einer Gruppe zu sein heißt, dass drei Mannschaften um Platz zwei spielen", sagt Milutinovic. "Ich habe eine physisch und taktisch starke Mannschaft. Unser Vorteil ist, dass wir nichts zu verlieren haben", glaubt er. Schon bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney bewies China mit dem Gewinn der Bronzemedaille Stärke. Star der Mannschaft ist Fan Zhiyi. Der 32-jährige Abwehrspieler wechselte im Oktober 2001 zum englischen Erstligisten Crystal Palace.

Umfangreiche Vorbereitung

Seit der gebürtige Jugoslawe vor zweieinhalb Jahren die Regie übernommen hat, hat sich das Team intensiv auf das große Turnier vorbereitet. China bestritt 64 Freundschaftsspiele. "Es ist kein Geheimnis: Um ein Team gut vorzubereiten, ist es notwendig, zu spielen und noch mal zu spielen", sagte "Bora", der nach der WM seine Trainerkarriere beenden wird. Die Vorbereitung war allerdings durch eine Verletzungsserie (elf aus dem erweiterten 35 Mann-Kader) behindert, weshalb den angeschlagenen Kickern Einsätze in den letzten beiden Meisterschaftsspielen untersagt wurde.

Tickets für einen Jahreslohn

Im Land mit den 80 Millionen Fußball-Fans herrscht jedenfalls große Euphorie. Auf dem Schwarzmarkt werden für 68 bis 170 Euro teure Tickets Preise von bis zu 900 Euro bezahlt. Das bei einem durchschnittlichen Jahresgehalt von 852 Euro. Ob die Fans allerdings viel zu Feiern haben werden, ist zu bezweifeln. In der Qualifikation gab es gegen Zwerge wie Malediven (1:0) oder Kambodscha (3:1) nur knappe Siege, zuletzt gegen eine Liga-Auswahl von Hongkong nur ein 1:1. (APA)

CHINA:

Dress: rot - rot - rot

Vorrunden-Gegner: Costa Rica (4.6./Gwangju), Brasilien (8.6./Seogwipo), Türkei (13.6./Seoul)

Größte Erfolge: Olympia-Dritter 2000

WM-Teilnahmen: 1 (2002)

Qualifikation: Vorrunde: Sieger Gruppe 9 (6 Spiele - 6 Siege); Zweite Quali-Runde: Sieger Gruppe B (6 Siege, 1 Remis, 1 Niederlage)

Teamchef: Bora Milutinovic (YUG/57)

LINKS

Sun Jihai (Manchester City)

Nationaler Verband

KADER:

Tormänner:
Jiang Jin (Tianjin Taida), An Qi (Dalian Shide), Ou Chuliang (Yunnan Hongta)

Verteidiger:
Wu Chengying (Shanghai Shenhua), Yang Pu (Beijing Guo'an), Li Weifeng (Shenzen Ping'an), Fan Zhiyi (Dundee), Zhang Enhua (Dalian Shide), Du Wei (Shanghai Shenhua), Xu Yunlong (Beijing Guo'an), Sun Jihai (Manchester City), Gao Yao (Shandong Luneng)

Mittelfeld:
Ma Mingyu (Sichuan Quanxing), Yu Genwei (Tianjin Taida), Lie Tie (Liaoning Fushen), Qi Hong (Shanghai Zhongyuan), Li Xiaopeng (Shandong Luneng), Qu Bo (Qingdao Yizhong), Zhao Junzhe, Shao Jiayi (both Beijing Guo'an)

Stürmer:
Hao Haidong (Dalian Shide), Yang Chen (Eintracht Frankfurt), Su Maozhen (Shandong Luneng)

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