Audiogalaxy droht Napster-Schicksal

25. Mai 2002, 11:06
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Musik-Industrie fordert endgültiges Ende, da eingesetzte Filter zum Schutz kopiergeschützter Titel nicht effektiv arbeiten

Die Recording Industry Association of America (RIAA) setzt nach den erfolgreichen Gerichtsverfahren Napster, KaZaA und Morpheus weiter auf hartes Durchgreifen. Die P2P-Tauschbörse Audiogalaxy wurde erneut vor Gericht beordert und könnte schon bald das gleiche Schicksal wie Napster haben - nämlich in der Versenkung zu verschwinden.

Filter nicht effektiv

Audiogalaxy hatte sich seit Mitte 2001 bemüht mit seinem Client "Satellite" die Kriterien der Musik-Industrie zu erfüllen und wollte wirksame Filter zum Schutz kopiergeschützter Musiktitel einsetzen. Vor dem New Yorker Bezirksgericht bezeichneten nun Vertreter der RIAA diese Filter als wirkungslos und forderten das endgültige Ende der Tauschbörse.

Alt, aber beliebt

Audiogalaxy ist einer der ältesten Napster-Klone, aber erfreut sich noch immer starker Beliebheit. Laut Download.com wurde die Client-Software im letzten Jahr mehr als 30 Millionen Mal heruntergeladen. In den letzten Monaten wurde Audiogalaxy zwar von KaZaA überholt, doch bietet die Tauschbörse viele seltene Aufnahmen und Bootlegs. Allerdings ist die Software mit Spy- und Adware "verseucht".

Im Test durchgefallen

Die RIAA versorgte die Tauschbörse mit Listen aller Lieder, die gesperrt werden sollten. Audiogalaxy verpflichtete sich diesen Auflagen nachzukommen und scheitn nun gescheitert zu sein. In einem Test der RIAA wurde das Simon & Garfunkel-Lied "Sound of Silence", ein Stück der Liste bei Audiogalaxy gesucht und 41 Mal auch gefunden. Beim ersten Treffer erschien zwar noch die Nachricht "SEARCH PROHIBITED. You cannot request this song due to copyright restrictions. Please try a different search." bei den nächsten 40 Download-Angeboten war aber kein Filter mehr zu sehen. Daher entschied die RIAA erneut vor Gericht zu ziehen.(red)

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