Vormarsch der zweiten Karriere

13. Juni 2002, 15:24
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Teil 5: "Neuanfang heißt immer Risikobereitschaft, Chancen nutzen und allem Neuen offen begegnen. Wer das kann, wird meist eine spannende Lebensaufgabe finden", ist sich der erfahrene Manager Lothar Späth sicher.

Unabhängig davon, ob Menschen zum Neustart gezwungen werden oder sich freiwillig neu orientierten wollen:

Die "zweite Karriere" wird künftig zum Massenphänomen. Sie wird den Arbeitsmarkt allerdings in vielfältigen Ausbildungen prägen:

  • Zweite Karriere kann bedeuten, einen Job in einer anderen Branche und/oder einer anderen Funktion auszuüben.
  • Zweite Karriere kann bedeuten, dass man sich aus einem Unternehmen heraus selbstständig macht - und das nicht einmal in der gleichen Branche.
  • Zweite Karriere kann aber auch bedeuten, nach einer längeren Familienphase wieder voll in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Das große Umdenken

Die Fähigkeit, eine zweite Karriere zu starten - die manchmal auch die erste sein kann -, ist eine mentale Frage.

Lothar Späth, Politiker in Karriere Nr. eins und erfolgreicher Manager in Karriere Nr. zwei, bringt die Herausforderung auf den Punkt:

"Ich habe in meinem Leben die verschiedensten Berufe und Berufungen wahrgenommen - manchmal mit gründlicher Vorbildung, manchmal durch Learning by Doing.

Meine Antriebskraft war immer die Neugier auf Neues und die Bereitschaft, bei neuen Herausforderungen nicht ängstlich zu prüfen, ob dies geht und ob ich mich auch von Anfang an bei der neuen Tätigkeit wohl fühle. Neuanfang heißt immer Risikobereitschaft, Chancen nutzen und allem Neuen offen begegnen.

Wer das kann, wird auch in sich rasch wandelnder Zeit immer eine spannende Lebensaufgabe finden."

Je jünger, desto besser: Das war bisher die Grundregel in der Personalpolitik vieler Unternehmen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des Mangels an Arbeitskräften lässt sie sich aber nicht länger aufrechterhalten.

Viele Unternehmen beginnen damit, sich auch in ihrer Personalpolitik neu zu orientieren. Einzelne dokumentieren dies auch nach außen hin.

Die Zürcher Kantonalbank richtet ihre Personalpolitik auf die demografische Alterung aus und machte daraus eine Werbeaktion in eigener Sache. - Detail am Rande: Das Durchschnittsalter der Zürcher Kantonalbank liegt gegenwärtig bei 37 Jahren. Das große Umdenken bei den Arbeitgebern kommt. Langsam aber sicher.

Das Midlife-Problem

Die vielzitierte Midlifecrisis steht in engem Zusammenhang mit beruflicher Unzufriedenheit. Wer sich in seinem Job nicht mehr wohl fühlt, sollte nicht stagnieren und resignieren, sondern über seine Weiterentwicklung nachdenken.

Und noch etwas ist sicher: Die zweite Karriere, von der zurzeit in der Fachwelt viel die Rede ist, wird nicht die letzte sein. Erfolgreiche Netzwerker haben problemlos das Potenzial zur dritten, vierten oder gar fünften Karriere.

Wann eine berufliche Neuorientierung sinnvoll ist und wie Sie bei der Suche nach dem neuen Arbeitgeber vorgehen sollten, lesen Sie im sechsten Teil der Serie.

Serie: Erfolg haben, authentisch bleiben - Teil 5

Aus Johanna Zugmanns neuem Buch "Karriereplan Wien"
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