Nicht nur im Schmerz vereint

26. März 2005, 23:51

"Le Fate Ignoranti" von Ferzan Ozpetek ("Hamam - Das türkische Bad")

Es beginnt wie eine Seifenoper, doch dann folgt eine unerwartete Wendung: Antonia (Margherita Buy) erfährt nach dem jähen Tod ihres Ehemannes, dass dieser eine langjährige Beziehung hatte. Die vermeintliche Geliebte entpuppt sich jedoch als Mann - Michele (Stefano Accorsi), der mit seinen illustren Freunden ein der bürgerlichen Antonia völlig entgegengesetztes Leben führt.

Nach Hamam - Das türkische Bad steht auch in Ferzan Ozpeteks drittem Film die Konfrontation mit einem "fremden" Milieu im Mittelpunkt: Le Fate Ignoranti erzählt von der Freundschaft zweier Menschen, die zunächst nur der Verlust verbindet.

Foto: Polyfilm

Obgleich inszenatorisch unauffällig bewahrt der Film einen unaufdringlichen Blick auf die homosexuelle Gemeinschaft und gönnt seinen Figuren Kanten. Wodurch Antonias und Micheles Überwindung von eingeschränkten Sichtweisen und ihrem Selbstmitleid zwar nicht wesentlich origineller, aber zumindest auch nicht ganz einseitig wird.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 31. 5. 2002)

Von
Dominik Kamalzadeh


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ozpetek.com

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