Moses Tanui absolviert die 42,195 Kilometer durch die Bundeshauptstadt am schnellsten - Siegerzeit: 2:10:25
Wien - Topfavorit Moses Tanui und die Ukrainerin Ludmilla
Puschkina haben am Sonntag die 19. Auflage des Vienna City Marathons
gewonnen. Der 36-jährige Superstar führte in 2:10:25 Stunden vor dem
Debütanten Boaz Kimayo Kibet (2:10:35) sowie Barnabas Rutto
Kipngetich (2:10:53) einen Triumph der Kenia-Läufer an,
verfehlte aber den angepeilten Wien-Rekord seines Landsmannes Willy
Cheruiyot aus dem Jahr 2000 (2:08:48) klar. Bei den Frauen setzte
sich Puschkina in 2:32:03 vor der Kenianerin Jackline Jerotich
(2:32:49) sowie Dagmar Rabensteiner, die mit 2:35:42 ihre
ÖLV-Bestmarke egalisierte, durch.
Kein Spaziergang
Die 38-jährige Tirolerin mit Wohnsitz Wien, die diese Zeit bereits
am 15. Oktober 2000 in Amsterdam gelaufen war, kam diese Marke in
finanzieller Hinsicht teuer zu stehen, denn für einen neuen "Rekord"
hätte sie einen Bonus von 7.267 Euro erhalten. Trotzdem
trauerte Rabensteiner der fehlenden Sekunde nicht nach. "Es war
natürlich kein Spaziergang, aber ein tolles Marathon-Erlebnis für
mich und das ist mir am wichtigsten", erklärte die noch überaus
frisch wirkende Internistin, die für die erste österreichische
Podestplatzierung in Wien seit elf Jahren - Carina Weber-Leutner war
1991 Dritte geworden - sorgte und dafür mit 2.500 Euro Prämie belohnt
wurde.
Tanui in Rekordzeit im Ziel
Tanui blieb mit der Siegerzeit von 2:10:25 drei Sekunden unter der
Vorjahressiegerzeit des Portugiesen Luis Novo und schaffte damit einen Rekord
auf der neuen Strecke. "Hauptsache das Comeback ist mir gelungen",
freute sich der Triumphator der Boston-Marathons 1996 und 1998, dass
er nach einer verkorksten Saison 2001 wieder den Weg zurück an die
Spitze gefunden hat. Mit der Zeit war er eigentlich auch zufrieden,
denn angesichts des starken Gegenwindes auf den ersten zehn
Kilometern hatte er sich "nur" eine konservative 2:10 und den Sieg
vorgenommen.
"Irrsinnig harter Kampf"
Seinen entscheidenden Angriff lancierte Tanui, der sehr vorsichtig
angegangen und erst nach 17 Kilometern zur Spitzengruppe
aufgeschlossen war, knapp vier Kilometer vor dem Ziel beim Anstieg
auf der Erdbergstraße. "Es war ein irrsinnig harter Kampf mit meinen
beiden Landsleuten. Ich habe eigentlich nicht gewusst, wo ich
ansetzen soll, dass ich wegkomme. Doch auf einmal sind sie dann
schwächer geworden und in diesem Moment habe ich attackiert",
erzählte der zweifache Ex-Weltmeister, der nach dem schnellen Finish
total ausgepowert war.
Wenisch 19.
Als bester Österreicher kam der Kremser Wien-Routinier Max Wenisch
als 19. nach 2:26:17 ins Ziel. Damit war der 40-Jährige bereits zum
siebenten Mal bester Österreicher im Vienna City Marathon. "Zwei Mal
will ich hier noch starten, um auf zehn Teilnahmen zu kommen", sagte
der Buschauffeur nach dem Rennen.
Titelverteidigung 2003
Mehr als 25.100 Laufjünger hatten sich für den Marathon und seine
vier Rahmenbewerbe angemeldet, etwas mehr als 10.600 davon für die
klassische Distanz über 42,195 km. Veranstalter Wolfgang Konrad war
mit diesen Zahlen zufrieden, ebenso wie mit dem Ausgang des Rennens.
"Es freut mich, dass der alte Mann wieder da ist", meinte der
"Marathon-Vater" angesichts des Sieges von Topfavorit Tanui. Die Kulisse von rund 250.000
Zuschauern entlang der Strecke und die "wunderschöne Stadt" haben den
Afrikaner so sehr beeindruckt, dass er sich vorgenommen hat, 2003
wieder zu kommen. "Es war so toll, dass ich im nächsten Jahr meinen
Titel verteidigen will."
(APA)
Ergebnisse vom Vienna City Marathon 2002:
1. Moses Tanui (KEN) 2:10:25 Stunden
(neuer Streckenrekord/bisher 2:10:28/Wien-Rekord 2:08:48)
2. Boaz Kimayo Kibet (KEN) 2:10:35
3. Rutto Barnabas Kipngetich (KEN) 2:10:53
4. Joseph Ngolepus (KEN) 2:13:18
5. Abraham Limo (KEN) 2:13:38
6. Gideon Talam (KEN) 2:14:37
7. Mohammed Erraoui (MAR) 2:14:47
8. Dmitri Kapitonow (RUS) 2:14:52
9. Erpassa Lami (ETH) 2:15:44
10. Mykola Antonenko (UKR) 2:15:45
11. Jewgeni Baschko (UKR) 2:16:41
12. Abner Chipu (RSA) 2:17:31
13. Nicola Civarella (ITA) 2:17:52
14. Thedoros Zahos (GRE) 2:18:11
15. Mykola Rudyk (UKR) 2:19:16
16. Pavel Kokin (RUS) 2:23:10
17. Santtu Makinen (FIN) 2:24:42
18. Wan Ki Kim (KOR) 2:25:36
19. Max Wenisch (AUT) 2:16:17
20. Abebe Mekonnen (ETH) 2:26:42
21. Wolfgang Cramaro (AUT) 2:26:49
DAMEN:
1. Ludmilla Puschkina (UKR) 2:32:03
2. Jackline Jerotich (KEN) 2:32:49
3. Dagmar Rabensteiner (AUT) 2:35:42
4. Aniela Nikiej (POL) 2:35:57
5. Rodica Chirita (ROM) 2:39:31