Turmfalken als Taubenschreck im Karl-Marx-Hof

24. Mai 2002, 15:48
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Drei Nistplätze sollen Greifvögel in Wien eine Heimat bieten

Wien - Ein Naturschutzprojekt mitten in der Großstadt. Im Wiener Karl-Marx-Hof wurden drei Nistplätze für den in Wien inzwischen seltenen Turmfalken geschaffen. Zwei der unter Naturschutz stehenden Tiere waren bei der Präsentation mit dabei. Positiver Nebeneffekt der Aktion: Die Greifvögel gelten als Taubenschreck, der Gemeindebau könnte bei dem lästigen Federvieh durch die Anwesenheit der Falken unbeliebter werden.

Erweiterung der Artenvielfalt

Sollten die Nistplätze nicht von frei lebenden Falken angenommen werden, wollen die Initiatoren der Natur nachhelfen. Die Greifvogelschutzzentrum Wien-Lobau will dafür gezüchtete Vögel zur Verfügung stellen. Es gehe um eine Erweiterung der Artenvielfalt in Wien und damit um einen positiven Beitrag zum Lebensgefühl, hieß es bei der Präsentation. Für die Bewohner seien die Turmfalken völlig ungefährlich, wurde betont. Das Projekt ist auf fünf Jahre angelegt, die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 18.000 Euro.

200 Turmfalken noch in Wien

Geschätzte 200 Turmfalken gibt es derzeit noch in Wien. Die Tiere erreichen eine Größe zwischen 33 und 38 Zentimetern. Das Männchen hat einen grau-schwarzen Kopf und Schwanz. Der Mantel ist rötlich und schwarz gefleckt. Das Weibchen trägt braune Federn mit schwärzlicher Bänderung und Streifen. Beutetiere, etwa Mäuse und Ratten, gibt es für die Felsenbrüter in Städten genug. Auf Grund der intensiven Verbauung herrscht jedoch ein Mangel an Nistmöglichkeiten. (APA)

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