KPNQwest verhandelt mit mehreren Firmen über Verkäufe

24. Mai 2002, 12:16
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Aktienkurs nach Antrag auf Gläubigerschutz abgestürzt

Der angeschlagene niederländische Datenkommunikationsanbieter KPNQwest verhandelt nach Angaben aus Branchenkreisen mit mehreren Unternehmen über den Verkauf von Teilen seines Netzwerkes.

Fünf bis zehn Unternehmen interessiert

"Es gibt fünf bis zehn Unternehmen, die eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben haben", hieß es am Freitag aus den Branchenkreisen. Firmen treffen solche Vereinbarungen, um zu verhindern, dass ihr Eigentum betreffende Daten an die Öffentlichkeit gelangen. KPNQwest hatte am Donnerstag Gläubigerschutz beantragt, nachdem die Hauptanteilseigner Qwest und KPN nicht zu weiteren Finanzspritzen bereit waren und die Banken keine neuen Kredite gaben.

Aktien stürzten ab

Die Aktien des Unternehmens stürzten am Freitag um 56 Prozent auf 0,31 Euro ab. Am Donnerstag waren die Papiere den gesamten Tag vom Handel ausgesetzt gewesen. Seit Jahresbeginn haben KPNQwest-Papiere bereits 98 Prozent ihres Wertes verloren.

Aus den Branchenkreisen hieß es weiter, die Liste der in einem Bericht der britischen Tageszeitung "Financial Times" genannten Interessenten sei "ziemlich genau", es gebe aber weitere. Die Zeitung nannte in ihrer Freitagsausgabe die britischen Telekom-Konzerne Cable & Wireless und BT, die US-Unternehmen AT&T und Verizon sowie die spanische Telefonica als mögliche Käufer.

KPNQwest hatte am Donnerstag mitgeteilt, das Unternehmen befinde sich in Gesprächen mit den Hauptanteilseignern und den Banken, um die weitere Finanzierung sicher zu stellen. Allerdings sei es bisher nicht gelungen, Käufer für nicht zum Kerngeschäft gehörende Vermögensteile zu finden. Am Donnerstag war zudem der Aufsichtsrat zurückgetreten, dem Vertreter der Hauptanteilseigner angehörten.(APA/Reuters)

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