Alles zu seiner Zeit

10. Juni 2002, 22:27
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Jede Jahreszeit braucht ihren Champagner

Auch wenn dafür noch keine wissenschaftliche Bestätigung existiert, aber die Erfahrung lehrt, dass man im Sommer grundsätzlich andere Weine zu trinken pflegt als im Winter: Der süß-schwere Portwein kommt bei Schneesturm und vor dem Kamin doch irgendwie besser als der säurebetonte, fruchtig-blumige Muskateller. Dessen Zeit wiederum jetzt angebrochen scheint, wo draußen die Blüten duften und man auch schon mal ganz gerne eine halbe Flasche trinken mag, ohne in Tiefschlaf zu verfallen.

Und was für den Wein im Generellen gilt, meint der Wiener Unternehmensberater Michael Zink, das gilt für den Champagner im Besonderen: Während der kalten Jahreszeit eher die üppigeren Cuvées mit reichlich Pinot-Noir-Grundwein, fette Blancs de Blancs und die wuchtigeren Rosés, im Frühling und Sommer hingegen feingliedrigere Blancs de Blancs, Bruts und leichte Rosés. Der Verzicht auf ein Geschäftslokal und ein großes Lager macht es dem Freizeit-Champagnerhändler möglich, sein Angebot flexibel zu gestalten. Bei den Winzern nachbestellt wird dann, wenn die kleinen Bestände aufgebraucht sind. Limitierte Auflagen und kleine Mengen, und damit zusammenhängend mehr Frische und Lebendigkeit im Produkt, so Zink, ist die Philosophie seines Unternehmens "Ligne d'or". Ebenso wie die Tatsache, dass ausschließlich kleine Produzenten mit "individuellen" Champagnern zum Zug kommen. Dass es etwas komplizierter ist, an seine Ware zu kommen als an jene aus dem Supermarkt oder der Vinothek, ist Michael Zink zwar klar, wahrhaftige Fans würden das aber in Kauf nehmen, meint er.

floh

derStandard/rondo/24/5/02

Ligne d'or
Tel: 01/967 39 71
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