Die militärische Stärke der Parteien im Kaschmir-Konflikt

26. August 2003, 19:27
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Indien hat die größere Armee - Pakistan die bessere Ausstattung

London - Der Aufruf des indischen Premierministers Atal Behari Vajpayee zur "entscheidenden Schlacht" im Kaschmir-Konflikt hat die Angst vor einem Krieg zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geschürt. Im Fall einer militärischen Eskalation stünden sich die riesige indische Armee und die kleinere, aber deutlich besser ausgestattete pakistanische Armee gegenüber.

Bei einer konventionellen militärischen Auseinandersetzung hat Indien nach Einschätzung britischer Militärexperten möglicherweise den längeren Atem. Das Land mit rund einer Milliarde Einwohner kann deutlich mehr Männer in den Krieg schicken als das Nachbarland Pakistan mit rund 150 Millionen Menschen. Diesen Vorteil könnte Indien bei einer zeitlich kürzeren Auseinandersetzung allerdings kaum ausspielen. Zum einen ist die Ausstattung der pakistanischen Armee qualitativ besser als die der indischen. Zum anderen wäre im Falle eines Krieges der internationale Druck auf beide Konfliktparteien enorm, die Gefechte so schnell wie möglich wieder zu beenden. Britischen Regierungsangaben zufolge könnten die pakistanischen Truppen eine erste indische Offensive zurückdrängen. Indien könnte erst bei einem längeren Krieg die zahlenmäßige Überlegenheit voll ausspielen.

Nach Angaben des Internationalen Instituts für strategische Studien (IISS) in London leisten in der indischen Armee rund 1,3 Millionen Soldaten ihren Dienst. Hinzu kommen 535.000 Reservisten. Den Löwenanteil macht mit 1,1 Millionen Soldaten das Heer aus. Außerdem verfügt die Armee über rund 1500 moderne russische Kampfpanzer vom Typ T-72 und Hunderte weitere gepanzerte Fahrzeuge.

Pakistan hat rund 612.000 Soldaten und zusätzlich 513.000 Reservisten. Hinzu kommt ein Arsenal von 380 hochmodernen russischen T-80-Panzern und zahlreichen anderen Kampfpanzern älterer Bauart.

Auch die Möglichkeit eines Atomwaffeneinsatzes schließen die britischen Experten nicht aus. Das Risiko bestehe vor allem, wenn in den konventionellen Kämpfen eine Seite unterliege, sagt William Hopkinson vom Königlichen Institut für Internationale Angelegenheiten (RIIA) in London. Nach Informationen der britischen Zeitung "Times" verfügt Indien über rund 60 Atomsprengköpfe, Pakistan über 25.(APA)

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