Tadschikistan tritt China ein Stück des Pamir-Gebirges ab

21. Mai 2002, 14:36
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Seit Jahren umstritten - China erhält 10.000 Quadratkilometer

Duschanbe - Die zentralasiatische Republik Tadschikistan wird dem Nachbarn China ein seit Jahren umstrittenes Stück des Pamir-Gebirges abtreten. Darauf habe sich Präsident Emomali Rachmonow in der Vorwoche in Peking mit dem chinesischen Staats- und Parteichef Jiang Zemin geeinigt, erklärte Rachmonows Sprecher Sefar Saidow am Dienstag in Duschanbe.

Von einem seit Jahren umstrittenen rund 28.000 Quadratkilometer großen Gebiet entlang der gemeinsamen Grenze werde China rund 10.000 erhalten. In dem unbesiedelten Gebiet gibt es Bergmassive von rund 5000 Metern Höhe. Tadschikistan und China hatten die Verhandlungen über das umstrittene Gebiet vor knapp zehn Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion aufgenommen.

Erst in der Vorwoche hatte sich die ehemalige Sowjetrepublik Kirgisien auf eine neue Grenzziehung mit dem Nachbarn China geeinigt. Das Parlament in Bischkek ratifizierte am Donnerstag ein Abkommen, nach dem China ein rund 950 Quadratkilometer großes Stück des Alatau-Gebirges im Südosten des Landes erhält. Mit diesem Abkommen haben die beiden Länder einen seit dem 19. Jahrhundert bestehenden territorialen Disput beendet.

Die Entscheidung des Parlaments hatte zu Unruhen und Protesten in Bischkek geführt. Die Opposition warf dem autoritär regierenden Präsidenten Askar Akajew "unvorsichtigen Umgang mit kirgisischem Land" vor. (APA/dpa)

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