Angelica, die Engelwurz

4. April 2003, 13:40
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Der Ehrentitel "wurz" wurde im Mittelalter nur ganz besonders geschätzen Heilpflanzen gegeben

Angelica archangelica, so der lateinische Name der Engelwurz war so eine. Die alten Kräuterheilkundigen waren voll des Lobes, und berühmte Ärzte haben aus ihrer Wurzel wertvolle Heilmittel hergestellt. Als Europa von der Pest heimgesucht wurde, nahmen Ärzte Angelica mit zu ihren Patienten, um sie zu heilen und um sich selbst vor einer Ansteckung zu schützen. Paracelsus erzählt, dass er, als die Pest ausgebrochen war, die Erzengelwurz mit Erfolg dagegen einsetzte.

Die bis zu zwei Meter hohe Pflanze aus der Familie der Doldengewächse besitzt einen kräftigen, aromatischen Geruch und einen scharfen, bitteren Geschmack. Die Engelwurz gedeiht auf feuchten Wiesen und an Flußufern.

Aufgrund des Gehaltes an Bitterstoffen und ätherischen Ölen werden Zubereitungen aus der Engelwurz vor allem bei leichten Magen- und Darmstörungen, Völlegefühl, Blähungen und bei Appetitlosigkeit eingesetzt.

Der berühmte Melissengeist der Karmeliternonnen, der ebenfalls Angelica enthält, ist bis heute ein bewahrtes Heilmittel geblieben. Auch zur Herstellung von Schwedenbitter wird die Engelwurz verwendet. Heute ist die Pflanze wichtiger Bestandteil von Magenlikören, wie zum Beispiel des Charreuse-Likörs.

Die frischen Blätter dieser Wunderpflanze beschleunigen das Vernarben von Wunden. Ein Absud aus den Wurzeln stellt angegriffenes Gewebe wieder her. Die Säfte der Engelswurz sind außerordentlich aktiv und können, wenn man sie zu oft verwendet, sehr unangenehme Hautentzündungen verursachen. Die Bäder dürfen niemals länger als drei Minuten dauern.(red)

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