Auf dem Most-, Obst- und Knödel-Weg

    11. Mai 2002, 12:59
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    Eine Genießerroute durchs niederösterreichische Voralpenland mit kulinarischen Höhepunkten

    Der kleine Flecken Eschenau in den niederösterreichischen Voralpen bezeichnet sich schon seit längerem als Ökodorf, da mehr als die Hälfte der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe bereits auf ökologischen Landbau umgestellt hat. Obendrein ist man stolz, einen hervorragenden Most zu erzeugen. Das Obst – vor allem Birnen und Äpfel – und der Most spielen auch bei einem neuen Rundwanderweg eine besondere Rolle, weshalb man ihn Most-Obst-Weg genannt und die Wegweiser mit einem Mostkrug gekennzeichnet hat.

    Die Runde führt durch eine überaus abwechslungsreiche Landschaft und erreicht auf dem Kaiserkogel den höchsten Punkt. Die dortige Schutzhütte ist unter Kennern für ihre Knödelspezialitäten berühmt, was Fans mit dem Gedanken spielen lässt, den Rundkurs in "Most-, Obst- und Knödel-Weg" umzubenennen.

    Am Rande des Weges stehen zahlreiche Tafeln und Schaukästen mit Information über das Land, den Obstbau, den Most, über die Pflanzen und Tiere der Gegend. Und über den Schnaps, der aus manchen Früchten entsteht und dem Wanderer angeboten wird, darunter so ausgefallene Sorten wie Asperlbrand.

    "Ewige Träne"

    Beim Rempelsberg sollte man unter keinen Umständen den kurzen Abstecher zur "Ewigen Träne" auslassen. Dabei handelt sich es sich offensichtlich um einen alten Kultplatz an einer kleinen Lacke, die angeblich auch in den heißesten Sommern nicht austrocknet. Neben der Lacke stehen zwei mächtige und offensichtlich sehr alte Linden, es finden sich auch drei sehr schöne Exemplare der bei uns nahezu ausgerotteten Eibe, deren Holz früher bei der Herstellung von Waffen und Geräten sehr gefragt war.

    Der Rundwanderweg ist sehr gut beschildert und zum Teil auch markiert und weist keinerlei Schwierigkeiten auf. Von der Kaiserkogelhütte und dem daneben liegenden Gipfel des Kaiserkogels hat man eine schöne Aussicht auf Reisalpe, Hochstaff, Geißbühel, Türnitzer Höger und Muckenkogel. Man überblickt auch St. Pölten und das Alpenvorland bis zum Dunkelsteiner Wald.

    Die Route:

    Gegenüber dem Gemeindeamt beginnt der beschilderte und rot gekennzeichnete Weg, auf dem man gemütlich über die Sonnleiten, den Windbichl und Kopetzöd zum Hagelbauer aufsteigt, von dem es über einen sanften Rücken zur Kaiserkogelhütte weitergeht. Gehzeit ab Eschenau zwei Stunden. Dann steigt man über freies Gelände zum verfallenden Gehöft Kaiserberg ab und gelangt zum Rempelberg, wo man den roten Weitwandermarkierungen folgt, um die "Ewige Träne" zu erreichen. Ab Kaiserkogelhütte eine Stunde. Eine weitere Stunde braucht man für die Rückkehr über Rempelsberg nach Eschenau. (Der Standard, Printausgabe, Bernd Orfer)

    Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhenunterschied rund 350 m. Kaiserkogelhütte (Di Ruhetag). Freizeitkarte Eschenau, Maßstab 1:20.000 (in den Gasthäusern erhältlich).

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