15.000 Quadratmeter für Kunst

10. September 2002, 12:44
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Eine Beuys-Installation macht den Anfang und bezieht seinen neuen Standort in Deutschlands größtem Museumsneubau: Der Pinakothek der Moderne + Ansichtssache

München - Die Pinakothek der Moderne in München füllt sich mit Kunst. Mit der Raumskulptur "Das Ende des 20. Jahrhunderts" von Joseph Beuys (1921-1986) stellte Kunstminister Hans Zehetmair (CSU) am Montag das erste Kunstwerk vor. Der zentrale Raum mit den 44 naturbelassenen Basaltblöcken wird später das Ende des Rundganges zur Kunst des 20. Jahrhunderts bilden, sagte der Minister. Die für rund 121 Millionen Euro erbaute Pinakothek der Moderne zählt zu den größten Museumsneubauten Europas und soll am 13. September eröffnet werden.

"...zu einer Trias erweitert"

Der von Stephan Braunfels entworfene Bau bietet mit der Staatsgalerie Moderner Kunst, der Neuen Sammlung, der Staatlichen Grafischen Sammlung und dem Architekturmuseum nach den Worten Zehetmairs eine einmalige Zusammenschau der Entwicklungen in allen bildenden Künste vom Anfang des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. "Mit der Pinakothek der Moderne werden die Alte und Neue Pinakothek zu einer Trias erweitert", sagte Zehetmair. Die Eröffnung werde der krönende Abschluss des langen steilen Weges zur "Dritten Pinakothek" sein, meinte der Minister.

Millimetergenaue Übertragung

Millimetergenau wurde die Beuys-Skulptur, wie Zehetmair betonte, vom bisherigen Standort im Haus der Kunst in ihr neues Quartier übertragen. Mit Hilfe eines Laserstrahls sei alles genau vermessen worden, so dass die riesigen Basaltblöcke nun wieder so installiert seien wie am ursprünglichen Ort. Dem angewandten Verfahren der tachymetrischen Vermessung komme Modellcharakter für Kunstwerke dieses Genre zu. Einen Vorgeschmack auf die klassische Moderne zeigte die Staatsgalerie Moderner Kunst mit Werken von Max Beckmann bis Paula Modersohn-Becker.

Weiterer Umzugs-Plan

Die Staatliche Grafische Sammlung - neben Berlin und Dresden die bedeutendste Sammlung ihrer Art - wird im August mit dem Umzug ihrer 400 000 Zeichnungen und Druckgrafiken beginnen, von Leonardo da Vinci über Cezanne bis hin zu Künstlern der Gegenwart, sagte der Minister. Bereits im Juni rüstet die Neue Sammlung ihre über 50 000 Designobjekte für den Umzug. Danach soll das Architekturmuseum, die größte Spezialsammlung ihrer Art in Deutschland, mit seinen 350 000 Zeichnungen, 100 000 Fotografien und 500 Modellen folgen. (APA/dpa)

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