Ein stinkendes hinkendes Vehikel der Ideologie

3. Juni 2002, 19:37
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Soooo große Zitrone für Riess Passer, die den Kinderweltgipfel instrumentalisiert, um für "Frau an den Herd" und Zensur zu votieren

Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess Passer nutzte am Montag den in New York abgehaltenen Weltkindergipfel der UNO um zu ideologisieren. In einer Presseaussendung heißt es:

"Vizekanzlerin Dr. Susanne Riess Passer machte heute in Anlehnung an den in New York abgehaltenen Weltkindergipfel der UNO deutlich, dass die Probleme und Fragen im Zusammenhang mit dem Kinderschutz nicht nur national sondern auch in vielerlei Hinsicht international beantwortet werden müssten. Die Vizekanzlerin unterstrich die Bedeutung der Ergebnisse des Children´s Forum und betonte, wie wichtig und richtig die Analyse der Kinder gewesen sei, wonach 'diese nicht die Quelle, sondern die Ressource seien, um Probleme zu lösen'.

Wie sehr sich die gesellschaftlichen, familiären und schulischen Voraussetzungen gewandelt hätten, sei unter anderem daran erkennbar, dass statistische Untersuchungen belegen würden, dass seit 1960 Kinder zehn bis zwölf Stunden weniger an Zuwendung und Aufmerksamkeit pro Woche erfahren würden. Die Konsequenz dieser Entwicklung sei, dass Kinder zunehmend in Isolation und Vereinsamung getrieben würden, so Riess Passer."

Weniger Zuwendung, von wem? Die Benennung von möglichen "Schuldigen" (denn es geht um Schuld) unterläßt Riess Passer tunlichst.
Ein Absatz ohne Informationsgehalt, mit Nullinformation - dafür aber wird Verbindung hergestellt zu vergangenen Jahren (1960), (in den Mund gelegt) als das vielbeschworene Familienkonstrukt, also "alles", noch in Ordnung war, die Buben gradscheitelig in Hosen, die Mädels im Kleid, die Mutter am Herd, der Vater woanders.
Ein Problemfeld wird ausgemacht, oft kommuniziert, immer angstbesetzt: der Beziehungsverlust, vorrangig der der mütterlichen. Der Ansatz bezieht sich auf Biologismen, die die Frau immer wieder in Schranken verweisen, die als "ihre natürlichen" noch immer in den Köpfen ausgemacht werden.
Mensch muss nicht Tacheles schreiben/sagen, um in semantischer Verbindung klare Assoziationen zu evozieren. Typische FPÖ-Masche.

"Problematisch sei weiters, dass heute die Erziehungstätigkeit mehr und mehr auf die Schulen verlagert würde, was für diese eine wachsende Herausforderung darstelle, vor allem auch im Umgang mit verhaltensauffälligen Kindern und Problemkindern."

Wer sich im nächsten Absatz eine Forderung nach verbesserter pädagogischer Ausbildung von LehrerInnen, dem Ausbau von Kinderbeteuungseinrichtungen oder die Gleichstellung von Fraueneinkommen wünscht, die/der kann weiterwüschen. Und fluchen. Wieder wird ein Problem ausgemacht: die so oft kommunizierten (meist über Medien vermittelten) Gefahren der Medien. Und der Drogen.

"Kinder und Jugendliche seien mit neuen Problemen und Gefahren konfrontiert, so Riess Passer. Dazu würden das Internet und seine vielfältigen Gesichter zählen, vor allem auch im Zusammenhang mit Kinderpornographie, weiters nannte Riess Passer auf Gewaltanwendung basierende Computerspiele, steigenden Drogen-, und Alkoholkonsum.

Die Vizekanzlerin verwies auf die unterschiedlich gelagerten und divergenten Jugendschutzbestimmungen und Jugendschutzgesetze, die auch in Österreich oft unbekannt und inhaltlich unterschiedlich seien.

Riess Passer führte in ihrer Analyse weiters aus, dass die Freigabe für Filme international und national völlig verschieden und nur schwer nachvollziehbar sei und fordert auch in diesem Bereich eine neue Sensibilität ein."

Die Konsequenz der Beziehungslosigkeit durch Mutterverlust führt in logischer Syntax gemäß der digital verkappten Kommunikation zu Isolation, diese zu Medienkonsum und Drogenkonsum. Klingt doch immer wieder wahr_scheinlich. Und stimmt insofern in den "Analyse"-Kanon von PolitikerInnen europaweit ein.
Die Lösungen, wie mensch den Problemen beikommen sollte, liegen in Kontroll- und Zensurausweitung. Dass aber das Erziehungssystem, bestimmt durch Kontrolle und Zensur, hin zu einem Beziehungsmodell, einem Vertrauensmodell hin entwickelt werden könnte, das einen in der "freien Marktwirtschaft" potenzierten Druck von der/dem Einzelnen nehmen könnte, das eine neue Sprachfindung begünstigen würde, dass derartiges angedacht werden würde, bleibt auch Wunsch. Der Vizekanzlerin einziger dezitierter Lösungsansatz geht in folgende Richtung:

"In ihrer Funktion als Sportministerin unterstrich Riess Passer die Bedeutung der sportlichen Betätigung sowohl im Bereich der mentalen Heilung als auch als Grundlage zur Ausbildung und Stärkung des Selbstbewusstseins. In diesem Zusammenhang kritisierte Riess Passer, dass Sport für Jugendliche mehr und mehr an Bedeutung verliere, und forderte den schulischen Bereich dazu auf, für eine verbesserte Motivation der Jugendlichen zu sorgen."
Bitte keine Worte mehr, nicht von dieser Seite!
(red)

13.05.2002
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