"Csardas und Belcanto"

12. Mai 2002, 23:10
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Filme mit Marta Eggerth und Jan Kiepura - Vom Filmarchiv, im Bellaria-Kino, ab 18. Mai

Wien - Marta Eggerth und Jan Kiepura stehen im Mittelpunkt der Filmarchiv Austria-Reihe "Csardas und Belcanto" von 18. Mai bis 4. Juni im Wiener Bellaria Kino - mit rund zwei Dutzend Filmen von Kiepura und/oder Eggerth.

Die aus Budapest stammende Operettendiva gilt als die bedeutendste Vertreterin des deutschsprachigen Operettenfilms der 30er Jahre, der 1966 verstorbene polnische Startenor, dessen Geburtstag sich am 16. Mai zum 100. Mal jährt, als wichtigster Repräsentant des Opern- bzw. Sängerfilms. Zur Eröffnung der Filmschau am 17. Mai, ihrem 90. Geburtstag, hat sich Marta Eggerth als Ehrengast angesagt.

Vor allem im deutschsprachigen Raum erlebten mit dem Aufkommen des Tonfilms die Operetten- und Sängerfilme einen Höhenflug. Eggerth und Kiepura wirkten dabei maßgeblich an der Ausbildung eines ganzen Genres mit.

Im Imperial Kino läuft unter anderem Eggerths erste noch in Ungarn gedrehte und 1929 noch als Stummfilmproduktion begonnene Kinoarbeit ("Nur ein Mädchen gibt es auf der Welt"). Es folgten unter anderem - als erste Regiearbeit von Willy Forst - der Schubert-Film "Leise flehen meine Lieder" (1933) und "Das Blaue vom Himmel" (1932) nach einem Drehbuch von Billy Wilder, der sich damals noch Billie schrieb. Der erste gemeinsame Film von Eggerth und Kiepura - auf den auch bald ihre Hochzeit folgte - war "Mein Herz ruft nach dir" (1934). 1938 emigrierten die ungarische Halbjüdin und der polnische Patriot über Paris in die USA. Dort drehte Eggerth noch zwei Hollywood-Musicals an der Seite von Judy Garland, Kiepura hingegen setzte seine Karriere am Broadway fort. Dort feierten die beiden mit ihrer eigenen Produktion von Lehars "Die lustige Witwe" zwischen 1944 und 1946 auch wieder große gemeinsame Erfolge.

Nach Kriegsende trat das Paar nur mehr sporadisch vor die Kamera. Ihr letzter gemeinsamer Streifen war die Verfilmung von Lehars "Land des Lächelns" (1952), Eggerth verabschiedete sich fünf Jahre später mit "Frühling in Berlin" endgültig von der großen Leinwand.

Das Filmarchiv gibt begleitend zur Schau in seiner Reihe Edition Film und Text auch ein Video von "Zauber der Boheme" (1937) heraus, einem der Höhepunkte des Genres, sowie eine gleichnamige Buch-Publikation, mit Beiträgen unter anderem von Kiepuras langjährigem Sekretär Marcel Prawy. (APA)

"Csardas und Belcanto",
18. 5. - 4. 6.
Bellaria Kino,
täglich um 16.00, 17.45 und 19.30 Uhr,
Karten unter
Tel. 523 75 91,
Informationen unter
Tel. 216 13 00

www.filmarchiv.at
  • "Zauber der Boheme" (1937)
    foto: filmarchiv

    "Zauber der Boheme" (1937)

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