Piatnik gewinnt bei "Millionenshow"

12. Mai 2002, 18:57
posten

Wiener Spielefabrik jubelt über hohes Umsatzplus dank "erfolgreichsten Brettspiels seit 100 Jahren"

Der Quotenerfolg der "Millionenshow" im TV wirkt sich auch auf den Markt der Brettspiele aus: "Ich kenne kein anderes Brettspiel, von dem in so kurzer Zeit so viele Exemplare verkauft worden wären", sagt Dieter Strehl, geschäftsführender Gesellschafter der Wiener Spielefabrik Ferd. Piatnik & Söhne im STANDARD-Gespräch.

Das mehr als 175 Jahre alte Familienunternehmen erwarb von den britischen TV-Format-Entwicklern Celador die Brettspiel-Lizenz des "Millionenspiels" für Österreich, Slowenien und Ungarn und hat laut Strehl seit Marktstart Oktober 2000 an die 350.000 Stück abgesetzt. "Von den Vertriebspartnern in England oder Skandinavien höre ich ähnliche Erfolge."

"Erfolgreichstes Brettspiel der letzten hundert Jahre"

Gemessen am erst kurzen Dasein ist es "wahrscheinlich das erfolgreichste Brettspiel der letzten hundert Jahre, seit es Spiele in Kartonkisten gibt", so Strehl weiter. Bemerkenswert sei, dass Spielzeug, das auf einer Fernsehshow basiert, eine "Lebensdauer" auf dem Markt von sechs bis neun Monaten habe. Dann verlange das Publikum bereits nach Neuem.

Piatnik hat von klassischen Tarockkarten bis zum seit neun Jahre laufenden Partyspiel "Activity" Hunderte Karten- und Spieleartikel im Programm. Strehl sieht die Firma in Zeiten von Marktkämpfen der Spielekonsolen wie Playstation, XBox oder Gamecube gut positioniert: "Es gibt eine Renaissance des klassischen Spielzeuges in Mitteleuropa, nicht zuletzt wegen der Desaster mit Star Wars und Harry Potter." Die beiden auf Kinofilmen basierenden Lizenzen brachten der Spielwarenindustrie bei weitem nicht so hohe Einnahmen, wie nach dem "Hype" um die Trickfilmfiguren "Pokemon" erwartet worden war.

Zweistelliges Wachstum

2002 laufe bisher "fabelhaft", sagt Strehl. Das erste Quartal liege beim Umsatz trotz schwacher allgemeiner Konjunktur auf dem Niveau von 2001. Piatnik - mit einem Gruppenjahresumsatz von rund 25 Mio. Euro - werde im laufenden Jahr zweistellig wachsen, "die Entscheidung fällt aber im vierten Quartal", im Weihnachtsgeschäft.

Rund 80 Prozent der Piatnik-Produkte werden exportiert. In der Osterweiterung der EU sieht Strehl, Ururenkel des aus Budapest über Bratislava nach Wien eingewanderten Firmengründers Ferdinand Piatnik, übrigens eine Wiedervereinigung einer Region, die in ihren Spielen eigentlich nie getrennt war: "Tarock, wie es in Österreich gespielt wird, findet man sonst nur in den Nachfolgestaaten der Monarchie."(Leo Szemeliker, Der Standard, Printausgabe, 13.05.2002)

LINK
Piatnik
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.