Grundstein zur Entwicklung neuer Antibiotika gelegt

12. Mai 2002, 18:00
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Weiße Blutkörperchen setzen Enzym bei Ruhr und Typhus ein

Berlin - Deutsche und amerikanische Mediziner haben einen wichtigen Mechanismus zur Bekämpfung von Bakterien entdeckt und damit den Grundstein zur Entwicklung neuer Antibiotika gelegt. Die Wissenschafter konnten nachweisen, dass weiße Blutkörperchen lebensgefährliche Ruhr- oder Typhus-Bakterien mit dem so genannten Enzym Elastase lahm legen, wie das Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin mitteilte.

Normalerweise nehmen weiße Blutkörperchen krank machende Keime in sich auf und vernichten sie. Einige Bakterien, wie der Shigella-Erreger, können jedoch mit Hilfe bestimmter Proteine aus der weißen Blutzelle wieder entkommen. Folge der Shigella-Infektion ist die Ruhrkrankheit oder auch Dysenterie, an deren blutigem Durchfall jährlich Millionen Menschen sterben.

Viele Patienten können sich nach einer akuten Ruhr-Infektion aber auch wieder erholen. Ursache ist nach Erkenntnissen der Wissenschafter ein bestimmter Typ von weißen Blutkörperchen, die so genannten neutrophilen Granulozyten, die das Shigella-Bakterium effektiv bekämpfen können. Diese produzierten den Eiweißstoff Elastase, der jene Proteine zerstöre, mit deren Hilfe die Bakterien aus den Fresszellen entkommen könnten. Das Enzym Elastase könne nicht nur Shigellen-Bakterien vernichten, sondern auch Salmonellen und Yersinien, den Erregern von Typhus und Pest, berichtete das Institut. (APA/AP)

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