Abfangjäger: Fussi vermisst Fernsehbericht

8. Mai 2002, 16:22
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Pressekonferenz gefilmt aber nicht gesendet - ORF: Auswahl nach journalistischen Kriterien

Wien (APA) - Einen "Polit- und Interventionsskandal erster Klasse" ortet Rudolf Fussi, Initiator des Volksbegehrens gegen Abfangjäger, beim ORF: Dieser habe zwar einen Bericht von der Übergabe der Unterstützungsunterschriften im Innenministerium gefilmt, in der "Zeit im Bild 1" aber nicht gesendet. "Regierungsterror" vermutet Fussi in einer Aussendung am Mittwoch. Der ORF wies den Vorwurf zurück: Der ORF habe mehrmals berichtet.

Konkret attackiert Fussi den neuen Chefredakteur Werner Mück, der den Bericht nicht habe senden wollen. "Die Illusion des objektiven Journalismus im ORF ist heute für mich wie eine Seifenblase zerplatzt, die Redakteure hängen am Gängelband der Politik, die tun mir wirklich Leid", "Die Regierung interveniert nicht, sie terrorisiert".

Mück erwiderte per Aussendung, dass die TV-Information in den vergangenen Tagen in zahlreichen Sendeformaten über das Ergebnis der Sammlung der erforderlichen Unterstützungserklärungen berichtet habe. Vier Mal am 30. April, ein weiteres Mal am 5. Mai. "Grundsätzlich wird die Auswahl der einzelnen 'ZiB'-Beiträge, wie auch im angesprochenen Fall, ausschließlich nach journalistischen Kriterien getroffen. Der Vorwurf des 'Regierungsterrors' disqualifiziert sich in diesem Zusammenhang von selbst." (APA)

  • Rudolf Fussi
    foto: standard/cremer

    Rudolf Fussi

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