Kongress-Tourismus boomt

6. Mai 2002, 13:58
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Vier Millionen Nächtigungen pro Jahr - ÖW fordert weitere Verbesserungen - Trend zu kleinen Tagungen

Wien - Die Österreich Werbung (ÖW) und das Austrian Convention Bureau (ACB), der Dachverband der österreichischen Kongresswirtschaft, haben am Montag einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, um die "Spitzenposition" der Kongress-, und Tagungsdestination Österreich und als Qualitätsurlaubsland noch weiter zu verbessern, wie ÖW-Geschäftsführer Arthur Oberascher in Wien verkündete. "Der Geschäftstourismus ist ein wichtiger Beitrag zum Ganzjahrestourismus", er spreche neue Kunden an und öffne neue Vertriebskanäle, so Oberascher. Zudem seien die Pro-Kopf-Einnahmen im M.I.C.E.-Bereich (Meetings, Incentives, Conventions, Events) sehr hoch.

Nach dem "Schulterschluss" mit den Round Table-Konferenzhotels vor wenigen Wochen sei ein weiterer Schritt in der gemeinsamen Bearbeitung internationaler Märkte unternommen worden, so Oberascher. Der M.I.C.E-Markt entwickle sich qualitätsmäßig weiter, Technik und Hardware seien dabei selbstverständliche Rahmenbedingung. Das Angebot sowie Know-how sollen aber noch weiter entwickelt und verbessert werden.

Einnahmen rund 1,1 Milliarden Euro

Laut ACB-Präsident Rudolf Kadanka entfallen rund vier Millionen Nächtigungen in Österreich pro Jahr auf den Kongresstourismus. Das Nächtigungsvolumen habe sich in den letzten 15 Jahren verdreifacht und die Einnahmen mit rund 1,1 Mrd. Euro im Jahr 2000 seit 1995 verdoppelt. Zudem biete er 26.000 Ganzjahresarbeitsplätze. Deshalb forderte Kadanka auch, "dass die Erhöhung der Marketing-Mittel seitens der politischen Gremien verwirklicht werden". Kadanka appelliert auch an die Entscheidungsträger in den verschiedenen Organisationen und Vereinen, sich zu Österreich zu bekennen und mehr Kongresse einzuladen. Das ACB gebe dabei Schützenhilfe bei der Organisation. "Ein Kongress von 3.000 Teilnehmer bringt ein 10.000-Faches an Wertschöpfung mit sich", so Kadanka.

Etwa 60 bis 70 Prozent der Kongressbesucher würden mit Begleitperson anreisen. "Es gibt immer wieder positive Rückmeldungen aus kleineren Kongressorten", freute sich Kadanka, dass ehemalige Kongressteilnehmer den nächsten Urlaub samt Familie in dem Ort verbringen wollen.

14. Platz der beliebtesten Tagungsländer

2002 ist laut Kadanka ein sehr erfolgreiches Kongressjahr. Bereits im März habe der Radiologen-Kongress in Wien - zum achten Mal - mit fast 13.000 Personen stattgefunden. Er sei bis 2005 noch drei Mal geplant. Für 2003 wurde der Kardiologen-Kongress mit ca. 25.000 Teilnehmern angekündigt. Grundsätzlich gebe es aber den Trend zu Tagungen und Kongresse im kleineren Rahmen. "97 Prozent der Kongresse finden mit weniger als 2.000 Teilnehmern statt", erklärte dazu Walter Straub, Direktor der Wiener Hofburg und der Redoutensäle. Durchschnittlich werden dabei etwa 400 Teilnehmer gezählt.

Je nach Studie und Statistik liegt Österreich weltweit zwischen dem 10. und 15. Platz der beliebtesten Tagungsländer - laut der letzten ICCA-Studie (International Congress and Convention Association) rangiert die Alpenrepublik auf dem 14. Platz. Beim Städte-Ranking liegt Wien an vierter Stelle.(APA)

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    foto: wed
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