Schöner wohnen auf der Palme

3. November 2005, 23:56
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Vor der Küste des Arabischen Emirats Dubai entstehen zwei gigantische Inseln in Palmenform.

Dubai stellt mit diesem neuen Projekt alle bisherigen touristischen Projekte in den Schatten - die Inseln werden eine gigantische Größe erreichen.

Im tiefblauen Persischen Golf, vor dem Küstenort Dschumeirah, liegt eine riesige Baustelle. Rund um die Uhr schuften hier etwa 520 Arbeiter auf einer 500 mal 250 Meter großen Plattform. Bis September 2003 soll die erste Insel fertig sein. "Wir liegen gut in der Zeit", sagt Saif El Schamsi, Manager des Projekts "Die Palme".

Im Mai 2001 lancierte der Kronprinz und Verteidigungsminister von Dubai, Scheich Mohammed Ben Rached El Maktum, die Idee zu dem ungewöhnlichen Bauvorhaben. Einige Kilometer entfernt, in Dschebel Ali, soll in Kürze die zweite Insel entstehen, wie El Schamsi erklärt. Geplante Fertigstellung: Im Juni 2004.

80 Millionen Kubikmeter Meeresboden werden aus einem Kanal nahe des Hafens von Dschebel Ali gebuddelt und zu monströsen palmenförmigen Inseln aufgehäuft. Auf der Insel Dschumeirah sollen rund 2.000 Villen, bis zu 40 Luxushotels sowie Einkaufszentren und Kinos entstehen. Weitere Attraktion: Der erste Meerespark der arabischen Welt. "Einige Palmenwedel sind schon fertig", erzählt El-Schamsi.

Auf 17 Palmenblättern aus angehäuftem Sand werden später Touristen wohnen und flanieren. Ein zwölf Kilometer langes und 200 Meter breites Riff soll vor dem offenen Meer schützen. 120 Kilometer Sandstrand werden die Insel säumen, die über eine 300 Meter lange Brücke vom Festland aus zu erreichen sein wird.

Eigenwillige Eigenheimbesitzer mit Spaß am Geldausgeben sind die Zielgruppe der Planer. "Die Palme" biete ein einzigartiges Wohn-, Freizeit- und Tourismuskonzept, sagt der Manager. Ein "Magnet" für Touristen sei im Entstehen. "Vernünftige Preise" versprächen hohe Verkaufserfolge. Die Preise für die Immobilien sind zwar noch nicht festgelegt. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach werde ein Haus ab 550.000 Dollar (625.000 Euro) zu haben sein, sagt Schamsi. Europäer und Bewohner der Golfstaaten hätten bereits Interesse gezeigt.

Dubai, dessen Ölreserven sich dem Ende zuneigen, ist zunehmend auf Massentourismus angewiesen. Immer waghalsigere Bauvorhaben sollen die Reisenden anlocken. Tatsächlich kamen allein im Jahr 2000 insgesamt 2,5 Millionen Touristen in das kleine Emirat.

Viele lassen sich dauerhaft nieder: 80 Prozent der 900.000 Einwohner sind Ausländer. Derzeit zählt Dubai 282 Hotels, darunter 25 Fünf-Sterne-Herbergen. Mit den Palmeninseln soll das Bauen längst nicht abgeschlossen sein: Gleich gegenüber entsteht mit einem Kurpark ein weiteres Millionenprojekt. Wasserkanäle sollen die Anlage durchziehen. Das zugehörige Hotel gleicht einem Palast aus 1001 Nacht.

Auch die Arbeiten in Dubai Marina, einem Stadtteil mit maritimem Flair, sind schon im Gange. Auf zehn Milliarden Dollar beläuft sich das Budget. 100.000 Menschen sollen dort innerhalb von zehn Jahren ein Zuhause finden. Gleich in der Nachbarschaft entsteht die weltweit erste Internet-Freihandels-Zone.

Bisheriges Vorzeigebauwerk Dubais ist das mit 321 Metern höchste Hotel der Welt, das alles überragende segelförmige Burdsch-el-Arab-Hotel. Dessen Besitzer wollen nach eigenen Angaben bis 2004 das "größte Zentrum für Thalassotherapie" der Region errichten. Für weitere Projekte gibt es im Hinterland von Dubai Platz genug: Dort wartet die endlose Wüste. (APA)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    So soll die Palmeninsel aussehen

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