Ausstellungs-Trio im Künstlerhaus: "mega: manifeste der anmaßung", "Soundspacesound" und Personale Otto Häuselmayer
Wien - Ende Februar ist der Vertrag des Wiener
Künstlerhauses mit dem Bildungsministerium ausgelaufen. Mit einem ab
Mittwoch bis 2. Juni laufenden Ausstellungstrio sendet das
Künstlerhaus nach einer siebenmonatigen Pause von Eigenausstellungen
ein "starkes Lebenszeichen" aus der "harten Zeit der totalen
Selbstständigkeit und Unabhängigkeit", sagte Künstlerhauspräsident
Manfred Nehrer bei der Presse-Präsentation am Dienstag in Wien. Im
Erdgeschoß ist als "Forum für experimentelle Architektur" "mega:
manifeste der anmaßung" zu sehen, im Obergeschoß "Soundspacesound"
von Bernhard Leitner und in der Künstlerhaus-Galerie eine Personale
Otto Häuselmayer.
Utopisches Denken
Für "mega: manifeste der anmaßung" hat ein Kuratorenteam rund um
den Kunstpublizisten Jan Tabor 70 Architekten und Architekten-Teams
aus dem In- und Ausland eingeladen, sich mit dem Begriff "Mega"
auseinander zu setzen, der hier allerdings nicht, wie sonst üblich,
negativ ausgelegt wird, sondern vielmehr in Verbindung mit einer
Kultur des utopischen Denkens gesehen wird. Das Forum ist zugleich
der Versuch einer neuen Präsentationsform an der Schnittstelle
zwischen Ausstellung und Symposium. Die einzelnen Beiträge,
"Manifeste" genannt, werden erst nach und nach in die kontinuierlich
wachsende Schau integriert und jeweils in Form von Diskursen mit
Experten aus nicht-architekturspezifischen Disziplinen vorgestellt.
"Fertig" ist die Ausstellung somit, wenn überhaupt, erst zum
Zeitpunkt der Finissage.
Im Moment sieht der Ausstellungsraum aus wie eine chaotische
Baustelle. Auf Pressspan-Plattformen, unterteilt in mehrere 1,8 mal
1,8 Meter-Präsentations-Einheiten, sind bereits ein paar offenbar
fertige Beiträge installiert, andere sind gerade im Entstehen, wobei
die Form der "Manifeste" derzeit von Modellen über Installationen bis
zu Zeichnungen und Plakaten reicht. Über den genauen Zeitplan der
Manifest-Eröffnungen informieren die Künstlerhaus-Website und die
dort aufliegenden "Architektur & Bau News".
Umfangreiches
Rahmenprogramm
Ergänzend zu den "Manifesten" informiert eine "Schöne Ausstellung",
unter anderem mit Plakaten, Fotos, Modellen und Publikationen, über
die Entwicklung des Megadenkens und Mega-Architektur, Dia-Essays
untersuchen Mega-Denken jenseits des Kunst- und Architekturdiskurses.
Eine Art Lesecafe mit einem Archiv zum Thema "mega" lädt zum
selbstständigen Forschen ein. Außerdem wurde ein umfangreiches
Rahmenprogramm mit Theateraufführungen, Vorträgen, Lesungen, Filmen,
Festen und Versteigerungen konzipiert.
"Mega-Spaß"
Für Jan Tabor soll "mega: manifeste der anmaßung" nicht zuletzt
ein "Mega-Spaß" werden, und "um mit Karl Marx zu sprechen, zeigen,
wie Quantität in Qualität umschlägt". Die Schau soll außerdem den
Auftakt für eine künftig regelmäßig stattfindende Triennale
experimentaler Architektur in Wien bilden. Integriert in die
Ausstellung ist das Kunsthaus Muerz in Mürzzuschlag, wo unter dem
Titel "syndrom babylon und die moderne architektur" von 27. April bis
31. Juli die "Schöne Ausstellung" mit Beispielen vorwiegend aus dem
Wiener Raum fortgesetzt wird.
(APA)
"mega: manifeste der anmaßung. forum für
experimentelle architektur", von 10. April bis 2. Juni im
Künstlerhaus Wien/Erdgeschoß, geöffnet täglich von 10-18 und
donnerstags bis 21 Uhr,
www.k-haus.at; "mega: manifeste der
anmaßung. syndrom babylon und die moderne architektur", von 27. April
bis 31. Juli im Kunsthaus Muerz in Mürzzuschlag,
www.mega-architektur.at