Die "Obszönität" von Nacktheit

Redaktion, 09. April 2002 19:22

US-Fotograf Spencer Tunick erregt Argentinien - Anzeige wegen "orgiastischem Hexensabbat"

Buenos Aires - Der US-Fotograf Spencer Tunick hat in Argentinien Anstoß mit einer Aufnahme mit Hunderten Nackten erregt: Ein Anwalt zeigte den New Yorker Bildkünstler am Montag wegen "Obszönität" an. Tunick zeige in einem "orgiastischen Hexensabbat" Männer und Frauen, die "ihre baumelnden, schlaffen oder eregierten Organe schamlos in der Öffentlichkeit" präsentierten, sagte Oscar Igounet vor einem Gericht der argentinischen Hauptstadt. Tunick verletze mit Billigung von Polizei und Behörden die Gefühle "christlicher Familien" und "schamhafter Nachbarn".

Tunick, der 1999 auch in Wien (vor dem Museumsquartier) eine seiner spektakulären Nacktfoto-Aktionen inszeniert hatte, lichtete die rund 400 Frauen und Männer am Samstagfrüh unter den Augen einiger weniger Schaulustiger im Zentrum von Buenos Aires ab. Die Models stellten sich freiwillig für ein handsigniertes Foto des Künstlers vor die Kamera. Ähnliche Fotos schoss Tunick bereits in Rom, New York, Sydney, Montreal und Basel. Seine Werke werden in den großen Galerien und Museen ausgestellt, darunter im Museum of Modern Art in New York. (APA)

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