Das moderne Stiegenhaus, sagt Blaas, werde Teil einer von den Wiener Architekten András Pálffy und Christian Jabornegg entworfenen "optisch sehr feinen Lösung" zur Überdachung der Altenburger Ausgrabungsstätten sein. Ausgrabungen, die laut dem für Kunst und Kultur im Stift verantwortlichen Pater Albert Groiß "so prominent sind, dass wir fixe Ausstellungsräumlichkeiten brauchen".
Mönchszellen entdeckt
Nichts weniger nämlich als "ein Kloster unter dem Kloster" hätten archäologische Arbeiten auf den 1100 Quadratmeter großen Freiflächen vor der Stiftsfassade ans Tageslicht gebracht. Unter der nach Plänen Joseph Munggenasts im 18. Jahrhundert errichteten Barockanlage seien "sechs Mönchszellen, das mittelalter-liche Abtshaus und ein turmartiger Bau aus dem 13. Jahrhundert unter Abt Seyfried den Ersten" verborgen gewesen. Besser gesagt "vier Meter tief verschüttet": In der Zeit des Barock habe man die baulichen Klostervorläufer einfach "als Müllhalde benutzt", erläutert Groiß.
Nun aber soll das "alte Kloster" Teil der Gesamtanlage werden, soll eine fixe Überdachung das bisherige Provisorium aus Holz ersetzen. Das unter sieben Vorschlägen von einer Jury des Landes Niederösterreich Ende März ausgewählte Siegerprojekt - Kosten-punkt: rund 1,59 Millionen Euro - sieht als Dach eine Fläche aus gebundenem, später grasbewachsenem Kies vor.
Darin Glasplatten, auf dass natürliches Licht ins Mittelalterliche gelangt. Aber nicht zu viel, damit sich die Ausstellungsräume im Sommer nicht übermäßig aufheizen.
Das siegreiche Architektenduo hat Erfahrung in der Ausgestaltung archäologischer Räume: Nach Ausgrabung der alten Synagoge am Wiener Judenplatz planten und leiteten sie den dortigen Umbau der Ausstellungsräume. Auch in Stift Altenburg sind museale Nebenräume geplant, die, wie der Gesamtbau, im Herbst 2003 fertig gestellt sein sollen.
Ab dann soll die benediktinische Zeitreise mehr Besucher ins Kamptal locken als bisher. Auch, weil die "Verbindung dreier architektonischer Epochen - Mittelalter, Barock, Moderne" mutig und "sehr lebendig" sei, wie Blaas betont: ein Resultat "großer Aufgeschlossenheit" im Stift.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 4. 2002)
| Von Irene Brickner |
| WEB-TIPP: www.stift- altenburg.at |
Werke aus der Blüte österreichischer Aquarellmalerei: die Ausstellung "Jakob und Rudolf von Alt. Im Auftrag des Kaisers"
Berlin: "Vilém Flusser Theory Award" an Warren Neidich
Den vielfältigen Bedeutungsebenen des Stilllebens widmet sich die Ausstellung "Augenschmaus"
Die Veranstalter der sechsten Kunstmesse "Viennafair" wollen von 6. bis 9. Mai Service für Galerien erweitern
An die große Leistungsschau "Lebt und arbeitet in Wien III" knüpft Kunsthallen-Direktor Gerald Matt die Hoffnung, die Stars der Zukunft zu zeigen
Umgerechnet rund 16,1 Mio. Euro veruntreut
Im Rahmen der Spendenaktion "Make It Right" erhalten die Bewohner des Lower Ninth Ward im Osten von New Orleans ihre Häuser zurück - und was für welche!
Bestseller-Autor hatte unter anderem "Flag" von Jasper Johns angekauft
Solide Vorstellung der Sektion Alter Meister in New York: 780 Besitzerwechsel spülten 82 Millionen Euro in die Kassen der Auktionshäuser
54 Ausstellungen geplant - Einzug der Kunsthalle weiter gewünscht
Virtuoser Saisonstart: Der Kunstmarkt notiert einen neuen fulminanten Weltrekord und hohes Käuferinteresse
Programm lediglich bis zum Jahresende gesichert
Aneta Grzeszykowska in einer Einzelausstellung in der Galerie nächst St. Stephan in Wien
Auktion bei Sotheby’s im Zuge von Privatrückgabe - Weltrekordpreis für Giacometti-Statue
Stille Beschaulichkeit und laute Aggression: Šejla Kamerić in der Galerie Krobath in Wien
Peter Noever, Direktor des Museums für angewandte Kunst, kämpft weiter für die Realisierung des Contemporary Art Tower
Das Berliner Festival für Kunst und digitale Kultur widmet sich vergangenen und gegenwärtigen Vorstellungen von der Zukunft - Von 2. bis 7. Februar 2010
Schriftliche und mündliche Texte wirken nicht nur visuell oder akustisch, sondern werden "multimodal" aufgenommen - KünstlerInnen nützen das, um Texte ästhetisch zu gestalten
Der Videokünstler Rainer Gamsjäger verräumlicht die Zeit - Sein Medium versteht er nicht als herkömmliche Abfolge von Einzelbildern, sondern als Würfel aus Pixelinformation
Die Kommentare von User und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.