Gefährliches Bröckeln im Filmmuseum

Redaktion, 07. April 2002 20:19

Verzögerung der Sanierungen bedroht Spielbetrieb

Wien - Die nachdrücklichen Warnungen, die der Direktor des Österreichischen Filmmuseums, Alexander Horwath, schon mehrmals hinsichtlich der dringend notwendigen bauliche Sanierung des Filmmuseums ausgesprochen hat (siehe etwa den STANDARD-Artikel vom 15. März), wurden von offizieller Stelle offensichtlich weiterhin ignoriert. In der neuen Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" sieht nun Horwath seine Institution "aus zwei Gründen am Limit: einerseits durch die Überalterung, andererseits durch den Druck der angrenzenden Großbaustelle, der die fragile technische Balance nun zum Kippen bringt".

Die Wände zeigen Spuren von Wasserschäden, von den Decken bröckelt Schutt und die Verkabelung stammt zum Teil noch aus den fünfziger Jahren. Seit einiger Zeit kommt es daher, so Horwath, zu fallweisen Unterbrechungen der Stromversorgung und verzögerten Filmvorführungen. Von der derzeit laufenden Sanierung der Albertina profitiert das Filmmuseum nicht, dessen knapp 400 Quadratmeter bleiben, wie bekannt, ausgespart.

Ein auf 1,8 Mio. Euro kalkuliertes Sanierungskonzept liege Bund und Stadt Wien seit Monaten vor, und Horwath fordert nun Taten. Techniker und Architekten hätten bestätigt, dass es vernünftig und kostengünstig wäre, die Sanierung im Zusammenspiel mit den Albertina-Bauarbeiten im Sommer durchzuführen. Andernfalls sei eine Schließung des Filmmuseums nicht auszuschließen. Horwath: "Mit der derzeitigen technisch-baulichen Substanz können wir eine Fortsetzung des Spielbetriebs jedenfalls nicht mehr garantieren." (APA)

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