"Fall Tron" soll neu aufgerollt werden

4. April 2002, 11:25
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Rechtsanwalt der Eltern des toten Hackers will Mordtheorie mit Gürtel untermauern

Neue Ermittlungen im Todesfall des Hackers "Tron" werden vom Anwalt der Eltern gefordert. Die Indizien sollen ausreichen um eine Neuverhandlung zu ermöglichen und damit den Fall neu aufzurollen. Ein Gürtel der beim Toten gefunden wurde, diesem aber nicht gehört hat, soll helfen die Mordtheorie zu untermauern.

Mysteriöser Tod

Vor rund dreieinhalb Jahren wurde der Berliner Hacker "Tron" erhängt in einem Park im Süden Berlins gefunden. Von Anfang der Ermittlungen an, glaubten viele Freunde und auch die Familie an ein Verbrechen und nicht an einen Selbstmord des Hackers. Einige ungeklärte mysteriöse Umstände sorgten für eine Reihe von Verschwörungstheorien in Hacker-Kreisen. Unter anderem soll "Tron" an einem unknackbaren Verschlüsselungsgerät, dem so genannten "Cryptofon" gearbeitet haben, dies stellt für viele das Tatmotiv dar. Die Behörden haben ihre Ermittlungen allerdings vor einiger Zeit schon eingestellt und gehen von einem Selbstmord aus.

Fall so neu aufgerollt werden

Der Anwalt der Eltern des Verstorbenen, Wolfgang Kaleck, versucht nun in einem Schreiben an die Staatsanwaltschaft Berlin nachzuweisen, dass die Selbstmordthese hinfällig sei und "Tron" (richtiger Name: Boris F.) Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Eine Schlüsselstellung nimmt dabei der Gürtel ein, mit dem sich "Tron" erhängt haben soll, der diesem aber nachweislich nicht gehört.

"Tron" war zu dünn

Wie der Anwalt in seinem Schreiben ausführt, ist der Gürtel für den Taillenumfang von "Tron" nicht geeignet. Während der Hacker schlank war, weist der Gürtel Abnützungserscheinungen auf, die auf einen wesentlich dickeren Träger hindeuten. Sowohl die Eltern des Hackers wie auch sein Freund Andy Müller-Maguhn, seines Zeichens Sprecher des Chaos Computer Club, sagten aus, den Gürtel noch nie bei "Tron" gesehen zu haben. Die Polizei soll diesem wichtigen Indiz bisher keine Beachtung geschenkt haben. Der Gürtel soll daher auch, nach den Angaben des Anwalts, nicht auf Spuren untersucht worden sein.(red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Auf der Wesite "Tronland.net" finden sich weitere Informationen zu "Tron" (hier im Bild) und seinem "Crypptofon".

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