Vor 1.000 Jahren erstmals urkundlich erwähnt

Redaktion, 07. April 2002 15:00
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    Foto: apa/historisches museum wien

    'Die Rosenzeit' von Ferdinand Georg Waldmüller

Dem Wienerwald wird mit einer Ausstellung gehuldigt

Wien - Vor 1.000 Jahren wurde der Wienerwald im Rahmen einer Schenkung von Kaiser Heinrich II. an die Babenberger erstmals urkundlich erwähnt. Das Land Niederösterreich und die Stadt Wien feiern dieses 1000-Jahr-Jubiläum mit einer Großausstellung in der Kartause Mauerbach. "G'schichten aus dem Wienerwald. Vom Urwald zum Kulturwald" stellt die Geschichte des Gebiets und seine ungewöhnlich enge Verbindung von Natur- und Kulturraum dar. So kann man "den Zauber des Waldes über die Kunst kennenlernen", wie es in einem Pressegespräch im Historischen Museum der Stadt Wien hieß, verbunden mit einem Ausflug in der Wiener liebstes Erholungsgebiet.

Vom Ort des Unheimlichen, den nur Jäger, Räuber und Außenseiter der Gesellschaft aufsuchten, zum Ziel idyllischer Landpartien im Biedermeier und einem "allgemeinen Gesundheitsbad" (Peter Altenberg) entwickelte sich der Wienerwald für seine Nutzer. Dass er noch immer in seinem heutigen Umfang erhalten ist, verdankt der Wald unter anderem der Tatsache, dass er für die Babenberger vor allem als Jagdgebiet interessant war. Die vielen Klöster, die im Mittelalter vor allem asketische Orden wie Zisterzienser und Kartäuser im Wienerwald errichteten, wurden für die Babenberger aber auch das, was die Kapuzinergruft für die Habsburger war: Zahlreiche Babenbergerfürsten ließen dort ihre Grablegungen errichten.

Geschichte dokumentiert

Die Ausstellung dokumentiert sowohl die fortschreitende Besiedlung des Gebiets, unterbrochen durch die Türkeneinfälle im 16. und 17. Jahrhundert, als auch die verkehrstechnische Erschließung: Aus strategischen Gründen legte man um 1730 mitten durch das Waldgebiet die Reichsstraße an, die heute Bundesstraße 1 heißt. Im Zuge der besseren Erreichbarkeit wurden auch die künstlichen Landschaftsgärten, die adelige Familien zu Beginn des 19. Jahrhunderts im Wienerwald anlegten, bald zu öffentlichen Ausflugszielen. Und der Wald zu einer Inspirationsquelle für Musiker, Maler und Dichter.

Mit Exponaten aus eigenen Beständen und Leihgaben aus dem In- und Ausland gibt die Schau einen Überblick über die kunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung des Wienerwalds. Für die Mitglieder der 1766 gegründeten Kupferstichakademie war er der ideale Ort für Naturstudien, die Dramatiker im Biedermeier wollten ihn als Kulisse für eine Freilichtbühne nutzen. Ein besonderes Highlight der Ausstellung ist die Gegenüberstellung vom Meisterwerken der Malerei im barocken Kaisersaal, mit Bildern von Georg Ferdinand Waldmüller und Johann Christian Brand bis zu Emil Jakob Schindler und der Schule von Plankenberg.

Merken muss man sich auf jeden Fall den Namen Joseph Schöffel. Dem Mödlinger Bürgermeister ist es zu verdanken, dass der Wienerwald vor 100 Jahren nicht abgeholzt wurde. (APA)

Ausstellung in der Kartause Mauerbach, von 12. Mai bis 27. Oktober, geöffnet Di-So 10-18 Uhr, Informationen unter Tel. 01/577 46 51
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