Britische Presse zum Tod der Königinmutter

31. März 2002, 14:30
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"Die Royals werden ohne sie nicht mehr die gleichen sein"

London - Die britischen Zeitungen berichteten am Sonntag in großer Aufmachung und oft mit zahlreichen Sonderseiten und -beilagen über den Tod der "Queen Mum". Hier einige Pressestimmen:

"The Sunday Telegraph": "Ihr Laster, so hat man gesagt, sei ihre Extravaganz gewesen. Aber man muss daran erinnern, dass dies die Art war, in der in der Edwardischen Zeit eine Frau erzogen wurde - als man in der Aristokratie nicht die Pennies zählte und das auch ganz sicher nicht für eine Tugend gehalten wurde. Sie war die letzte Überlebende dieser Gesellschaft. Mehr noch: Die Nation hat ihre Königinmutter verloren. Wird es jemals wieder eine geben?"

"The Observer": "Im 21. Jahrhundert werden viele nach wie vor die Königsfamilie als Schirmherren von Wohltätigkeitsorganisationen haben wollen - und um öffentlichen Ereignissen Würde zu geben. Aber als Nation sind wir zu zersplittert, zu demokratisch und zu individualistisch geworden, als dass das Oberhaupt der Königsfamilie ein Symbol der Einheit und unser verfassungsmäßiges Staatsoberhaupt sein könnte."

"The Sunday Times": "Viele werden ihren Tod als das Ende einer Ära begreifen, als den Verlust einer Konstante im Leben des Landes. Er kommt zu einem Zeitpunkt, da - teilweise dank ihrer Arbeit - die Monarchie wieder etwas ruhigere Gewässer erreicht hat. (...) Selbst jene, die gegen die Monarchie sind, tolerieren deren Bestehen heute besser als früher."

"Sunday Mirror": "Die Royals werden ohne sie nicht mehr die gleichen sein. Sie wird ihnen fehlen, aber sie wird der ganzen Nation fehlen. Heute teilen wir die Trauer jeder Familie, wenn deren geliebte Oma stirbt."

"News of the World": "Jetzt lächelt sie nicht mehr. Aber wenn wir die Trauer mit ihrer Familie teilen, dann wollen wir dafür beten, dass der Geist der Königinmutter weiter lebt - als Inspiration für uns alle und als Ideal, dem die Familie nacheifern kann. Denn wir können nicht erwarten, dass es noch einmal jemanden wie sie geben könnte."

"The Mail on Sunday": "In einer Welt, in der man schnell zu Berühmtheit gelangt, war sie ein dauerhafter Star. Sie liebte das Leben und sie genoss seine einfachen Freuden. Sie gab Partys, die alles andere als enthaltsam waren und hatte eine große Leidenschaft für Pferderennen. Das alles trug zur Auffassung der Öffentlichkeit bei, dass hier eine Frau ihre Persönlichkeit verwirklichte, ohne die Monarchie zu erniedrigen." (APA)

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