Zugunglück in Spanien: Menschliches Versagen vermutlich Ursache

31. März 2002, 14:55
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Zwei Tote und 142 Verletzte

Tarragona - Menschliches Versagen war vermutlich die Ursache des schweren Zugunglücks im Nordosten Spaniens, bei dem nach neuesten Angaben zwei Menschen getötet und 142 verletzt worden sind. Ein Regionalexpress habe einem "Euromed"-Hochgeschwindigkeitszug die Vorfahrt genommen, teilte der Präsident der Staatsbahn RENFE, Miguel Corsini, am Sonntag am Unfallort in Torredembarra bei Tarragona mit.

Hinweise auf einen technischen Defekt gebe es nicht. Zudem sei der Bahnhof 1997 auf den neuesten Stand gebracht worden. Der Regionalexpress sei um fünf Minuten verspätet gewesen. Der Lokführer hätte den "Euromed" vorbeifahren lassen müssen. Dieser sei bei einer Geschwindigkeit von 155 Stundenkilometern seitlich in den Regionalzug gerast.

Das Unglück ereignete sich nur 300 Meter hinter dem Bahnhof von Torredembarra, einem beliebten Touristenort an der Costa Dorada. Die Wucht des Aufpralls war so stark, dass mehrere Waggons aus den Schienen sprangen. Einige von ihnen durchbrachen die Mauer eines nahe gelegenen Campingplatzes. Verletzt wurde dort aber niemand. Wrackteile wurden auch gegen die Fassaden der Häuser entlang der Bahnstrecke geschleudert.

In den Zügen waren zusammen 650 Menschen unterwegs, viele von ihnen auf dem Rückweg aus dem Osterurlaub. Zahlreiche Passagiere wurden in den Wracks der verkeilten Waggons eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr mit schwerem Gerät befreit werden. 44 Verletzte lagen am Sonntag noch in Krankenhäusern. Bei den Toten handelt es sich nach Angaben der Behörden um zwei Spanierinnen.

Beide Züge waren in die rund 100 Kilometer nördlich gelegene Mittelmeer-Metropole Barcelona unterwegs. Der "Euromed" kam aus Alicante an der Costa Blanca, der Regionalexpress aus der Kleinstadt Tortosa. (APA)

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