Flitcroft am Cover

30. März 2002, 23:04
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Britischer Fußballer nach Gerichtsurteil in Medien bloßgestellt

Nach einem Jahr juristischen Tauziehens hat die Affäre um die außerehelichen Eskapaden eines britischen Fußballspielers ganz offiziell ein Gesicht und einen Namen bekommen: Auf den Titelseiten sämtlicher britischer Zeitungen prangte am Samstag das Bild des Mittelfeldspielers Garry Flitcroft vom Erstliga-Club Blackburn Rovers. Der 23-jährige Familienvater war seit April vergangenen Jahres gegen die Veröffentlichung seiner Seitensprünge durch das Boulevardblatt "Sunday People" vor Gericht gezogen.

Der Richter des Berufungsgerichts wies seine Klage auf Schutz der Privatsphäre von Prominenten jetzt ab. Das Gericht urteilte, die Verhinderung von Namensnennungen sei ein "ungerechtfertigter Eingriff in die Pressefreiheit".

In erster Instanz hatte die Justiz Flitcroft noch Recht gegeben und befunden, dass "schlüpfrige Details" über Seitensprünge nicht von öffentlichem Interesse seien. Die Boulevardzeitung "Sunday People" legte dagegen Berufung ein. Im November veröffentlichte das Blatt ohne Namensnennung die Berichte von zwei Frauen, die sich von Flitcroft betrogen fühlten.

Eine Stipperin gab demnach an, der Fußballer habe ihr von Scheidungsabsichten erzählt. Eine Säuglingsschwester berichtete, Flitcroft habe ihr seine Ehe ganz verschwiegen. Der Berufungsrichter sagte, Fußballspieler seien Vorbilder für junge Menschen. Ihr Fehlverhalten könne ein schlechtes Beispiel abgeben. (APA)

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