Arabische Liga für Boykottmaßnahmen gegen Israel

30. März 2002, 16:36
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Mussa: Palästinenser nehmen Selbstverteidigungsrecht wahr

Kairo/Algier - Die gegenwärtige Eskalation in den besetzten Gebieten mache internationale Boykottmaßnahmen gegen Israel notwendig, erklärte am Samstag der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa (Ägypten), auf einer Pressekonferenz in Kairo. An die internationale Gemeinschaft richtete er einen eindringlichen Appell, eine entschlossene Haltung angesichts der "israelischen Unterdrückungspraktiken" einzunehmen. Das Argument, dass Israel sein Selbstverteidigungsrecht wahrnehme, ließ der frühere ägyptische Außenminister nicht gelten. Vielmehr seien es die Palästinenser, die dies täten. "Solange es Okkupation gibt, solange wird es Widerstand geben", sagte Mussa.

Auf die Frage, ob Israel für seine Militäraktion gegen die palästinensische Führung grünes Licht von den USA erhalten haben dürfte, antwortete der Generalsekretär, Israel brauche kein grünes Licht, weil es sich als über dem Völkerrecht stehend fühle.

Selbstmordanschläge "legitim"

Der algerische Außenminister Abdelaziz Belkhadem kritisierte unterdessen in einem Radiointerview die Verurteilung der palästinensischen Selbstmordanschläge in der UNO-Sicherheitsratsresolution 1402. Der palästinensische Widerstand sei "legitim" und könne nicht auf die gleiche Stufe wie die Aktionen der Besatzungsmacht gestellt werden. "Von welcher Gewalt wird denn gesprochen?", fragte er. Man könne nicht die Gewalt eines Steine werfenden Kindes mit der Gewalt von Panzern und Bomben gleichsetzen.

Die Regierung des Sultanats Oman veröffentlichte am Samstag eine Erklärung, in der die israelische Okkupation als direkte Ursache des Terrorismus und der Gewalt bezeichnet und US-Präsident George W. Bush aufgefordert wurde, "politische Maßnahmen zu ergreifen, um zum Frieden zu gelangen." (APA)

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