"Fall Zahiragic" könnte politischen Skandal in Bosnien auslösen

30. März 2002, 14:19
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Förderer möglicherweise auch in politischer Führung in Sarajewo

Sarajewo/Wien - Die Aufklärung der Aktivitäten des Vorsitzenden der islamischen humanitären Organisation "Bosnian Ideal Future" (BIF), Manib Zahiragic, der vergangene Woche unter dem Verdacht der Spionage verhaftet wurde, könnte in Bosnien-Herzegowina einen politischen Skandal auslösen. Das Interesse amerikanischer, britischer und französischer diplomatisch-politischer Vertreter sei jetzt insbesondere auf "potenzielle politische Förderer von Zahiragic in der moslemischen Führung in Bosnien-Herzegowina gerichtet", zitierte die jugoslawische Nachrichtenagentur Tanjug am Samstag einen BBC-Bericht.

Zahiragic, ehemaliges Mitglied des bosnisch-moslemischen Geheimdienstes AID, habe Informationen von westlichen Geheimdiensten über mögliche terroristische Aktionen einigen "islamischen Kreisen in der Föderation Bosnien-Herzegowinas" weitergegeben, hieß es im Bericht. Die Polizei der Bosniakisch-Kroatischen Föderation hatte Zahiragic vergangene Woche festgenommen.

Die Büros der BIF in Sarajewo und Zenica wurden durchsucht und dabei seien auch große Mengen an Dokumentationen sicher gestellt worden, die nun analysiert würden. Auch seien Waffen, falsche Pässe und Pläne für die Herstellung von Bomben beschlagnahmt worden, berichteten Medien in Sarajewo. Die BIF wird verdächtigt, terroristische Organisationen in Europa und Zentralasien finanziell unterstützt zu haben. Alle Büros der BIF in den USA, in Bosnien-Herzegowina und anderen Ländern seien mittlerweile geschlossen worden. (APA)

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