Türkei protestiert gegen israelisches Vorgehen

30. März 2002, 13:42
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Botschafter ins Außenministerium zitiert - "Physische Integrität" Arafats zugesichert

Ankara/Teheran - Die Türkei hat überaus scharf gegen das militärische Vorgehen Israels in Ramallah protestiert und Garantien verlangt, dass der palästinensische Präsident Yasser Arafat nicht angetastet werde. Wie die halbamtliche Nachrichtenagentur Anadolu Ajansi (AA) meldete, wurde der israelische Botschafter in Ankara, David Sultan, am späten Freitagabend in das Außenministerium zitiert. Dabei sei ihm zur Kenntnis gebracht worden, dass die türkische Regierung die israelische Militäraktion gegen die palästinensische Führung als unannehmbar betrachtet.

Durch die gegenwärtige Entwicklung würden die Konfliktparteien immer tiefer in die Sackgasse geraten. "Wir haben Israel deutlich gemacht, dass die physische Integrität von Präsident Arafat absolut garantiert werden muss", betonte Außenminister Ismail Cem. Er habe vom israelischen Botschafter die Zusicherung erhalten, dass Arafats physische Integrität respektiert würde, sagte der Außenminister, dem Fernsehsender NTV. In der vergangenen Woche war ein türkisches Mitglied der internationalen Beobachtergruppe TIPH in Hebron erschossen worden. Die Türkei und Israel unterhalten enge Beziehungen und haben 1996 eine militärische Kooperation vereinbart.

Der Iran hat unterdessen die Vereinten Nationen neuerlich aufgefordert, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um den "israelischen Staatsterrorismus" zu stoppen. Dies erklärte in Teheran der Sprecher des Außenministeriums, Hamid-Reza Assefi. Zugleich lehnt der Iran die Nahost-Friedensinitiative des saudiarabischen Kronprinzen Abdullah ab, die am Donnerstag auf dem Gipfel der Arabischen Liga einstimmig verabschiedet wurde. (APA)

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