Tödliche Unwetter auf Mallorca

30. März 2002, 12:09
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Viereinhalb Meter hohen Wellen - Österreichischer Segler unter den Opfern

Palma de Mallorca - Bei einem Unwetter auf Mallorca ist ein auf der spanischen Ferieninsel lebender Deutscher ums Leben gekommen. Der 27-Jährige sei bei Cala Figuera von einer großen Welle ins Meer gerissen worden, berichtete der Rundfunk am Samstag. Die Leiche sei bereits am Vortag an die Küste gespült worden. Ein 21 Jahre alter Freund des Opfers, auch ein Deutscher, wird vermisst. Die Polizei befürchtet, dass er ebenfalls ertrunken ist. Die Suchaktion blieb aber zunächst erfolglos.

Am Freitag ist der österreichische Segler Martin Häupl während einer Regatta in der Bucht von Palma ums Leben gekommen. Der 25-Jährige war bei starkem Wind und heftigem Regen mit seinem Boot gekentert. Er habe sich nicht aus seinem Geschirr befreien können und sei ertrunken, teilten die Organisatoren mit. Der Bruder des Opfers habe dagegen lebend geborgen werden können. König Juan Carlos und Königin Sofia, die Schirmherren der Regatta, zeigten sich bestürzt. Sie sprachen der Familie ihr Beileid aus.

Wegen schwerer See mit bis zu viereinhalb Meter hohen Wellen waren zuvor mehrere Schiffsverbindungen zwischen den Balearen und dem Festland sowie zwischen den Inseln selbst vorübergehend eingestellt worden. Das Unwetter traf vor allem den Osten Mallorcas. In der Gegend um Porto Cristo und Porto Colom verwüstete die starke Brandung mehrere Strände und spülte den Sand ins Meer.

Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern rissen zudem Bäume, Straßenlaternen und Schilder um. Am Samstag beruhigte sich das Wetter ein wenig.

In der Gegend um Almeria an der südspanischen Costa del Sol wurden am Freitag drei Spaziergänger leicht verletzt, als sie von einer Welle ins Meer gerissen wurden. Infolge des Unwetters waren auch mehrere Gemeinden ohne Strom, wie der Zivilschutz mitteilte. In Sevilla und Granada mussten wegen heftigen Regens überdies einige der berühmten Karwochen-Prozessionen abgesagt werden. Die Bruderschaften fürchteten Schäden an den jahrhundertealten Heiligenbildern, die dabei durch die Straßen getragen werden. (APA/dpa)

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