Erste Priesterinnen-Weihe in Deutschland soll am 29. Juni stattfinden

29. März 2002, 21:03
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Reaktionen seitens der katholischen Kirche: Eher werden verheiratete Männer zum Amt zugelassen denn Frauen

München - Am 29. Juni sollen die ersten katholischen Priesterinnen Deutschlands geweiht werden. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Samstagausgabe unter Berufung auf eine Teilnehmerin der geplanten Priesterinnen-Weihe, Gisela Forster. Das Datum sei bewusst gewählt worden, da es der zentrale Weihetag in der katholischen Kirche sei, sagte Forster. Damit wolle man auf den "eklatanten" Priestermangel in der katholischen Kirche aufmerksam machen.

Geheimsache

Frauen dürfen in der katholischen Kirche kein Priesteramt bekleiden. Seit fast drei Jahren bereitet sich allerdings rund ein Dutzend Frauen aus Deutschland und Österreich darauf vor, von zwei römisch-katholischen Bischöfen die Sakramente zu empfangen. Der genaue Ort sowie die Namen der Bischöfe sollen jedoch erst einen Tag vor der Priesterinnenweihe bekannt gegeben werden. Forster erklärte, man wolle sich speziell um verwaiste Pfarreien bewerben.

Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Rudolf Hammerschmidt, hatte zur geplanten Priesterweihe erklärt, dass die katholische Kirche gelassen auf "diese Provokation von außen" reagiere. "Wir können uns nicht über jede Absonderlichkeit aufregen." Nach seiner Einschätzung werde die katholische Kirche an der Tradition festhalten, keine Frauen für das Priesteramt zuzulassen. Bevor eine Frau Priesterin werde, werde eher ein verheirateter Mann geweiht, hatte Hammerschmidt erklärt. "Die Frauen können ihre Show abziehen - das wird aber ohne ernsthafte Folgen bleiben."
(APA/AP)

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