Günstiges Umfeld für Pharma-Aktien

29. März 2002, 18:24
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Capital Invest: Steigende Lebenserwartung und Einkommen sowie Impulse von Biotech-Branchen sprechen für Pharmawerte

Wien - Ein günstiges Umfeld für Aktien der Pharma-Branche orten die Experten der Bank Austria-Fondstochter Capital Invest. Historisch gesehen entwickeln sich Pharmawerte gut in Phasen fallender oder stabiler Zinsen. Die derzeit zu erwartende Phase stabiler Zinsniveaus lasse daher für Pharmawerte auf eine solide Performance hoffen. Zudem spreche auch die Charttechnik für ein Engagement im Pharmasektor. Der mittelfristige Markttrend weise auf eine überverkaufte Situation hin und lasse auf eine anstehende Erholung schließen.

Auf fundamentaler Seite würden die Gewinnprognosen für den Pharmamarkt derzeit deutlich jene für den Gesamtmarkt übertreffen. Für die kommenden Jahre sieht die Capital Invest für Pharma-Aktien ein Gewinnpotenzial von 12 bis 15 Prozent jährlich. Noch deutlicheres Gewinnwachstum attestiert die Fondsgesellschaft den Aktien des Gesundheitswesens, der so genannten Healthcare-Branche.

US-Pharmaaktien günstig bewertet

Speziell US-Pharmaaktien bescheinigt die Capital Invest gemessen am Kurs/Gewinn-Verhältnis derzeit eine günstige Bewertung. Einzelne Unternehmen mussten zwar Gewinnwarnungen aussprechen, meist weil ihre Umsätze stark von Medikamenten abhängen, deren Patente bald auslaufen. Die folgende Kurskorrektur habe aber gerade die entsprechenden Aktien wieder günstig gemacht, besonders da die betroffenen Unternehmen meist schon Nachfolgeprodukte in der Pipeline haben. Mögliche positive Impulse für die Brache sieht die Capital Invest auch von US-Präsident George W. Bush, da dieser als regulationsfeindlich im Gesundheitssektor gilt. Die europäischen Pharmaaktien befänden sich hingegen zur Zeit in einer Restrukturierungsphase. Wenn diese abgeschlossen ist, haben sie die besten Voraussetzungen zu einer Wachstumsstory zu werden, so die Expertise der Capital Invest.

Biotech-Impulse

Auf lange Frist spreche für die Pharmawerte die steigende Lebenserwartung. Zudem werden angesichts steigenden Wohlstands zunehmend nicht nur unmittelbar benötigte Medikamente, sondern Produkte der "Beauty-Branche" nachgefragt. Schließlich sollten auch von den Entwicklungen im Bereich Biotechnologie neue Impulse kommen. Da Biotech-Unternehmen oft nicht über die nötigen Ressourcen für den Vertrieb neuer Entwicklungen verfügen, werden immer öfter Kooperationen mit Pharma-Unternehmen geschlossen.

Unter den größten Positionen des Capital Invest-Fonds "Pharma Stock" finden sich derzeit die Aktien von Pfizer, Johnson & Johnson, Glaxosmithkline, Novartis und Abbott Labs. Der Fonds veranlagt in Blue Chips der Pharma- und Biotech-Branche. Mit 60 Prozent entfällt der Löwenanteil des Fonds auf US-Werte.

Auch alle anderen großen heimischen Kapitalanlagegesellschaften haben zumindest ein Pharma-Produkt in ihrer Fondspalette. Der "Healthcare-Aktien" der Raiffeisen Kapitalanlagegesellschaft ist in internationalen Werten aus der Pharma-, Healthcare und Biotech-Branche veranlagt. Gemanagt wird der Fonds von dem US-Vermögensverwalter Wellington. Die Erste Bank bietet zwei gleich entsprechende Produkte an. Der Dachfonds "Best of Healthcare" investiert in Einzelfonds der Bereiche Healthcare, Pharma und Biotech. Mit rund 50 Prozent macht dabei der Healthcare-Bereich den Schwerpunkt des Fonds aus. Der "Biotech-Stock" ist ausschließlich in internationale Biotechnologie-Aktien investiert. (APA)

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